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Zum Generationenwechsel bei Hübenthal eine Millioneninvestition

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Von: Thomas Bender

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Firma Hübenthal investiert  im Evingser Gewerbegebiet Vorm Kalkofen
Bürgermeister Uwe Kober (von links) ließ sich von Daniel, Stephan C. und Alexander Hübenthal erklären, was im Gewerbegebiet Vorm Kalkofen geplant ist. ©  Bender, Thomas

Noch wird gar nichts produziert im Werk 2 der Carl Hübenthal GmbH. Die Halle in dem kleinen Evingser Gewerbegebiet Vorm Kalkofen dient als Rohwarenlager. Dicke Rollen mit den unterschiedlichsten Faserstoffen warten hier darauf, in die Werke 1 (an der Ihmerter Straße) oder 3 (in Ihmert) gebracht zu werden, wo sie zu Putztüchern weiterverarbeitet werden. „Dort sind wir aber inzwischen an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Geschäftsführer Stephan C. Hübenthal. „Wir könnten mehr verkaufen, wir schaffen im Moment aber nicht mehr.“

Altena – Hübenthal führt das 1932 von seinem Großvater gegründete Unternehmen gemeinsam mit seinen Söhnen Daniel und Alexander. Denen wird der 70-Jährige in absehbarer Zeit das Feld ganz überlassen. Vorher will er aber dafür sorgen, dass es möglichst gut bestellt ist.

1800 Quadratmeter große Halle

Also wird jetzt investiert: Schon vor Jahren hat das Unternehmen sich das letzte noch verfügbare Grundstück in dem Gewerbegebiet Vorm Kalkofen gesichert, jetzt wird dort gebaut. 1 800 Quadratmeter groß wird die Halle, die dort in den kommenden Monaten errichtet wird. Auf 1 400 Quadratmetern wird produziert, die restlichen 400 Quadratmeter sind für den Versand bestimmt.

Das Herzstück der neuen Halle wird eine Maschine sein, die das Unternehmen bei einem amerikanischen Hersteller bestellt hat und die im Sommer 2023 geliefert werden soll. Sie zerschneidet die riesigen Viskoserollen in handliche Stücke, um sie dann in der sogenannten Zick-Zack-Faltung zusammenzulegen. So können sie aus den gängigen Spendersystemen entnommen werden.

Investition Hübenthal  Kalkofen
Auf der Fläche im Vordergrund wird die 1800 Quadratmeter große Halle entstehen. © Bender, Thomas

Solch eine Maschine hat die Firma bereits – aber die ist zum einen voll ausgelastet, zum anderen möchte die Geschäftsführung für den Fall gerüstet sein, dass die vorhandene Anlage ausfällt.

24 mal acht Meter groß wird die neue Maschine sein. Selbst wenn sie nur eine Schicht (also acht Stunden) läuft, verarbeitet sie pro Jahr rund 1 000 Tonnen Material zu 115 Millionen Tüchern. Natürlich hat so eine Anlage ihren Preis: 1,8 Millionen Euro kostet die Maschine, insgesamt investiert das Unternehmen vier Millionen Euro. „Und das in Zeiten wie diesen“, staunte Bürgermeister Uwe Kober (CDU), als die drei Geschäftsführer ihre Pläne jetzt vorstellten.

Hygienebereich gewinnt an Bedeutung

Wichtigster Kunde des Unternehmens ist die Industrie, sie sorgt für etwa 55 Prozent des Umsatzes. Steigende Bedeutung hatte gerade in den vergangenen zwei Jahren der Hygienebereich – Tücher aus Evingsen fanden und finden sich in vielen Spendern für die Desinfektion unter anderem von Einkaufswagen. Deshalb ist die Firma gut durch die Corona-Krise gekommen: „Wir hatten nicht einen Tag Kurzarbeit“, betont Stephan C. Hübenthal. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und der Lebensmittelbereich sind weitere Abnehmer.

Hübenthal liefert für jeden Schmutz das richtige Tuch. Deshalb kommen unterschiedliche Vormaterialien zum Einsatz: Verwendet werden unter anderem diverse Papiersorten, Polyester, Zellulose und Baumwolle. Neben Einweg-Produkten bietet Hübenthal auch solche an, die gewaschen und dann weiterverwendet werden können. Die Produkte werden unter dem Label itex vertrieben. Das steht für „Industrietextilien“ und war die Kennung für den ersten Fernschreiber des Unternehmens.

Unternehmen schafft neue Arbeitsplätze

Im Moment arbeiten 31 Männer und Frauen bei Hübenthal, manche davon schon seit Jahrzehnten: „Erst kürzlich haben wir einen Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet, der über 41 Jahre bei uns gearbeitet hat“, sagt Daniel Hübenthal. Die Zahl der Mitarbeiter soll nach dem Bau der neuen Halle übrigens noch steigen: Wenigstens drei neue Arbeitsplätze werden dort geschaffen, verspricht das Führungstrio.

Was versprochen hat bei der Vorstellung der Pläne auch der Bürgermeister: Mehr als 25 Jahre nach der Erschließung des Gewerbegebietes Vorm Kalkofen soll nach Fertigstellung der neuen Halle endlich auch der Endausbau der dortigen Straße erfolgen. Kober: „Dafür werden wir Mittel in den Haushalt 2023 stellen.“

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