Finkernagel mit neuem Model zur wire

ALTENA ▪ Drahtmädchen sind genügsam – die brauchen nur alle 18 Jahre ein neues Kleid. Dann aber richtig: Svetlana Engert (25) führte gestern im Drahtwerk Finkernagel die neue Kollektion vor, mit der das Altenaer Unternehmen auf der wire für einen besondern Hingucker sorgen wird.

Der Reifrock aus Draht, seit 1992 bei Finkernagel im Einsatz, weicht einer dezenten Corsage, die über einem schwarz-roten Ballkleid getragen wird. Es wurde von der erst 17-jährigen Iserlohnerin Sabrina Salewski aus Iserlohn entworfen und genäht. Die Corsage hingegen ist eine Finkernagel-Entwicklung. Sie wurde in der Abteilung Umformwerkzeuge entworfen und hergestellt – übrigens aus Edelstahldraht und damit mit „Fremdmaterial“. Ergänzt wird das Outfit des Drahtmädchens durch eine Hutkreation, die den Ladies in Ascot zur Ehre gereichen würde.

Nicht nur wegen des neuen Kostüms ist Finkernagel-Geschäftsführer Fritz Uwe Finkernagel gespannt darauf, was die Drahtmesse bringen wird. „Die Gespräche werden mit Sicherheit interessant sein“, sagt er voraus – er erwartet Aufschluss darüber, ob die derzeitige konjunkturelle Belebung Bestand haben wird oder ob es sich nur um ein Strohfeuer handelt.

Fakt ist jedenfalls, dass es wieder aufwärts geht. Die genau ein Jahr dauernde Kurzarbeit ist beendet, es wird wieder im normalen Zwei- bis Dreischichtbetrieb produziert. Zumindest teilweise sei die Belebung darauf zurückzuführen, dass bei die Abnehmer des Finkernagel-Drahtes (größtenteils Zulieferer der Auto- und der Bauindustrie) in der Krise von ihren Lagerbestände gezehrt hätten und die Bestände nun wieder aufgefüllt werden müssten, weiß Uwe Packruhn, der technische Leiter des Unternehmens. Er berichtet von teilweise dramatischen Engpässen: „Die rufen bei uns an und kündigen an, dass sie jetzt einen LKW losschicken“. In solchen Fällen müssen Packruhn und sein Team dann zusehen, wie sie innerhalb weniger Stunden den die vom Kunden benötigten Qualitäten und Abmessungen zur Verfügung stellen können – „wir sind da sehr flexibel“, sagt der Diplom-Ingenieur. Das muss auch sein: „Just in time“ greift weiter um sich, es gibt im Moment kaum noch eine langfristige Disponierung.

Mit dieser Herausforderung klar zu kommen, ist eine der Aufgaben, mit der der Drahthersteller fertig werden muss. Hinzu kommen die immer höheren Qualtitätsanforderungen. Denen begegnet das Unternehmen mit einer inzwischen lückenlosen Überwachung und Dokumentation sämtlicher Produktionsprozesse. Das wird man neben der Draht-Corsage in Düsseldorf ebenfalls zeigen.

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