Filter an der Fuelbecke werden erneuert

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Hier wird gemessen: Ralf Berlet zeigt die vollautomatische Überwachung des Filterwerks. Demnächst wird hier auch der Sauerstoffgehalt des Rohwassers kontinuierlich kontrolliert.

Altena - Die Stadtwerke machen aus der Not eine Tugend: Weil das Filterwerk an der Fuelbecke wegen der hohen Manganbelastung stillsteht, wurde eine ohnehin bald fällige Revision vorgezogen.

Von Thomas Bender

Seit 1995 ist die Anlage in Betrieb, Sand, Kohle und Filterkies wurden seitdem noch nie gewechselt. Kein Problem, beteuert Stadtwerke-Betriebsleiter Ralf Berlet: Schwebstoffe, die in den insgesamt vier Filtern aufgefangen werden, werden nicht in den Filtermaterialien gebunden, sondern in einem Flockungsmittel – und das wird bei der alle paar Tage fälligen Spülung der Anlagen ausgeschwemmt. Es sei üblich, die Filter erst nach etwa 20 Jahren neu zu befüllen.

Das ist mit einigem Aufwand verbunden: Zwei Stockwerke hoch sind die vier Stahlbehälter, allein 15 Tonnen Sand und ebenso viel Kohle werden benötigt, um nur einen davon zu befüllen. Seit gestern liefern Silo-LKW die neuen Filtermaterialien an, in der kommenden Woche soll der Probebetrieb starten.

Mit dem Kreisgesundheitsamt ist abgesprochen, welche Messungen dann erforderlich sind – ist alles in Ordnung, kann die Anlage Anfang November wieder in Betrieb gehen, also wieder Fuelbecker Wasser ins Netz eingespeist werden. Berlet glaubt, dass es keine Probleme geben wird und vertraut dabei auch seiner Nase: Der unangenehme Geruch, den das Wasser gehabt habe, sei inzwischen verschwunden, sagt er und führt das zum einen auf den herbstlichen Temperaturabfall und zum zweiten auf die Regenfälle der vergangenen Wochen zurück.

Die Mangan-Panne werde das Unternehmen einen sechsstelligen Betrag kosten, schätzt Stadtwerke-Chef Marc Bunse. Schon deshalb werde man alles tun, um eine Wiederholung zu vermeiden, versprach er am Mittwoch dem Werksausschuss. Dazu wird jetzt zunächst die Messtechnik erweitert: Zu den Parametern, die in der Anlage kontinuierlich überprüft werden, soll zukünftig auch der Sauerstoffgehalt gehören. Man werde auch die Möglichkeit schaffen, den Mangangehalt zukünftig selber zu kontrollieren, sagte Berlet gestern – bisher geht das nur im Labor. Vorgesehen ist auch der Bau einer Belüftung, mit der Luft (und damit auch Sauerstoff) in die unteren Wasserschichten der Talsperre gepumpt werden kann.

Die Fachwelt beobachtet recht genau, was in und an der Fuelbecke passiert – einen vergleichbaren Fall hat es bisher noch nicht gegeben, weiß Berlet inzwischen. Er führt das darauf zurück, dass die vergleichsweise kleine Fuelbecke auf ungewöhnliche Klimaereignisse wie den milden Winter 2013/14 viel sensibler reagiert als größere Systeme. Zum Vergleich: Die Fuelbecke hat einen Inhalt von 700 000 Kubikmetern, die Bigge fasst 171,7 Mio. Kubikmeter Wasser.

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