Mit Liebe zum Detail zum Wirtschaftsfilmpreis

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Konstantinos Sampanis blickt für seine Filme gern ins Innere von Dingen – auch von Produktionsstätten.

Altena - Konstantinos Sampanis hat den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis 2014 gewonnen. Der aus Altena stammende Regisseur und Filmemacher hat sich in Düsseldorf niedergelassen und sich mit seinem eigenen Unternehmen „Moodboard“ auf Manufaktur-Filme spezialisiert.

Der für das Maßschneiderei-Unternehmen Cove & Co produzierte Film „Sartoriale“ gewann in Berlin den zweiten Platz in der Kategorie Berufseinsteiger. Er liefert detaillierte Einblicke in die Entstehung eines Maßanzugs.

Die Nähmaschine gibt den Takt an in „Sartoriale“. Ihr hat Konstantinos Sampanis einen hohen Stellenwert eingeräumt in dem Film zur Unternehmenspräsentation. Eike von Schlichting, Komponist der Filmmusik, hat das typische Surren als Basis genutzt, um die Bilder des Handwerks zu untermalen.

Der Betrachter wird Zeuge des Maßnehmens, der Auswahl des Stoffs und der passenden Knöpfe, des Nähens, Bügelns und der letzten Anprobe. Nicht minder viel Arbeit, wie für den Maßanzug aufgewendet wird, hat Konstantinos Sampanis in die Entstehung des Manufaktur-Films gesteckt.

„Steckt ein Unternehmen viel Liebe und Zeit in ein handgefertigtes Produkt, dann soll der Kunde das auch sehen“, ist die Devise von Konstantinos Sampanis. Er nimmt sich viel Zeit, um hinter die Kulissen eines Unternehmens zu blicken und besondere Details mit der Kamera einzufangen.

Auch die Atmosphäre muss stimmen. Ein Pool zuverlässiger Kollegen aus dem Netzwerk von Konstantinos Sampanis trägt dazu bei. Eike von Schlichting zum Beispiel arbeitet schon mit ihm zusammen, seit sich vor ein paar Jahren in Altena das Filmproduktions-Unternehmen „Icarian Pictures“ formierte. Das heißt jetzt „Moodboard“ und firmiert weiterhin als Ein-Mann-Unternehmen.

Die gute Zusammenarbeit mit dem alten Team in Altena ist durch den Umzug aber nicht aufgekündigt. „Von hier haben wir uns ja damals einen ersten Kundenkreis und tolle Kontakte aufgebaut“, erklärt der Filmemacher. Nur fällt es ihm von Düsseldorf aus heute leichter, Kundenaufträge zu betreuen und neue Kontakte zu knüpfen. Das Genre Manufaktur-Film und weitere Unternehmensfilme laufen parallel zu den Spielfilmprojekten, die Konstantinos Sampanis weiterhin verfolgt. Aktuelles Projekt ist die Verfilmung einer Kurzgeschichte aus dem Frühwerk von Siegfried Lenz. Heinz Hoenig und Dirk Böhling haben als Hauptdarsteller dafür zugesagt. Sind alle Fördermittel bewilligt, kann im Frühjahr in Norddeutschland gedreht werden. Produktionsziel ist ein Kurzfilm – „ein Leidenschaftsprojekt“, erklärt Konstantinos Sampanis. Zwei Jahre lang arbeitet er bereits an der filmischen Umsetzung der Nachkriegsgeschichte, um das fertige Werk später auf Kurzfilmfestivals vorzuführen oder vielleicht gar auf der Berlinale.

Die Rechte hat ihm der Verlag Hoffmann & Campe noch zu Lebzeiten Lenz’ eingeräumt. „Schade nur, dass er selbst ihn nicht mehr sehen wird“, erklärt der Produzent mit großem Bedauern. Die Familie des kürzlich verstorbenen Schriftstellers will er zur Premiere aber auf jeden Fall einladen.

Dass Konstantinos Sampanis mit Mitte 20 solche Projekte schon gelingen, liegt auch an zahlreichen Referenzen, die er noch als Burggymnasiast und Student einheimste. Größter Erfolg war 2013 die Verleihung eines Emmys in den USA für ein auch dort produziertes Kurzfilmdrama. „Der Preis war eine tolle Bestätigung!” erklärt er.

Mit dem Manufaktur-Film ist das Genre Spielfilm zwar nicht vergleichbar, doch beides liegt dem jungen Filmemacher am Herzen. Im Unternehmensfilm-Bereich arbeitet er auch immer noch gerne mit Firmen aus seiner Heimat zusammen: „Die Menschen hier können was. Das möchte ich angemessen darstellen und der Welt zeigen.“ - Von Ina Hornemann

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