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Corona: Strenge Regeln für die Wehr

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Von: Thomas Bender, Susanne Fischer-Bolz

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Es bleibt bei konsequenter Maskenpflicht bei allen Einsätzen der Feuerwehr. © Bender, Thomas

„Wir können dem Bürger nicht sagen: Schade, dass das Haus abgebrannt ist, aber die Einatzkräfte mussten sich erst noch testen lassen.“ Nachrodt-Wibingwerdes Wehrleiter Mark Wille hat mit seinem Team entschieden, dass nicht geimpfte Feuerwehrmänner- und frauen zunächst einmal nicht mehr bei den Einsätzen dabei sind.

Altena/Nachrodt – „Wir werden weitere Schutzmaßnahmen erarbeiten. Denn natürlich können und wollen wir die Leute nicht lange außen vor lassen“, sagt Mark Wille, der die öffentliche Diskussion sehr unglücklich findet, „da sie die Einsatzkräfte als auch die Bevölkerung nur verunsichert.“

Im Vordergrund: der Erlass des NRW-Innenministeriums zum Schutz der kritischen Infrastruktur bei einer Ausbreitung der Omikron-Variante. Die Vorgaben sind für die Feuerwehrleute zum Jahresbeginn noch einmal strenger geworden.

Fast alle sind geimpft

In der Doppelgemeinde sind 98 Prozent der Feuerwehrmänner- und frauen geimpft. Die wenigen anderen sind, so sagt Mark Wille, auch keine Impfgegner. Sie können sich aus unterschiedlichen Gründen nicht impfen lassen. Auch die Altenaer Feuerwehr ist fast komplett durchgeimpft. Es gebe nur drei Ehrenamtliche ohne Impfschutz, berichtet Wehrleiter Alexander Grass auf Anfrage. Sie können am Dienstbetrieb teilnehmen – aber nur, wenn sie einen höchstens 24 Stunden alten Test vorlegen können. „Ohne den dürfen sie das Gerätehaus nicht betreten“, stellt Grass klar.

Konsequente Maskenpflicht

Die Hygienekonzepte inklusive Verhaltensregeln werden bei beiden Wehren immer wieder fortgeschrieben. In Nachrodt sind Übungen auf ein Minimum reduziert, es gibt nur dienstnotwendige Zusammenkünfte. Das gilt auch für Altena, wo es keine Übungsdienste auf Zugebene mehr gibt – es treffen sich nur noch einzelne Löschgruppen zum Dienst. Und auch nur zu dem: Das sonst übliche gesellige Beisammensein danach ist der zeit abgesagt. Auch in Nachrodt mischen sich die Löschgruppen nicht. Hier wie dort gilt in den Gerätehäusern Maskenpflicht, sobald mehr als eine Person vor Ort ist. Zu den Einsätzen werden alle Fahrzeuge genutzt, damit niemand eng beieinander sitzt. Und auch in ihnen gilt natürlich Maskenpflicht.

Getrennte Räume für Feuerwehr und Rettungsdienst

„Wir hatten innerhalb unserer Feuerwehr bisher keinen Corona-Ausbruch und die Leute sind auch so feinfühlig, dass sie, wenn sie privat Kontaktpersonen waren, sofort selbst gesagt haben, dass sie sich 14 Tage fernhalten“, erklärt Wille. Anders die Lage in Altena: Dort legte die Pandemie im Dezember 2020 bekanntlich zwei der drei hauptamtlichen Wachabteilungen lahm, was für erhebliche Probleme sorgte. Daraus seien Konsequenzen gezogen worden, erklärt Grass: „Wir haben jetzt auf der Hauptwache eine strikte räumliche Trennung zwischen Mitarbeitern des Rettungsdienstes und denen der Feuerwehr“.

Coronapause für Kinder- und Jugendfeuerwehren

In Altena setzte sich die Wehrführung Anfang Dezember zusammen, um sich auf die zuspitzende Pandemie-Lage vorzubereiten. Die Treffen der Kinder- und der Jugendfeuerwehr wurden sofort abgesagt. Grass: „Die Betreuer kommen aus verschiedenen Löschgruppen, das geht einfach nicht“. Da ist Nachrodt besser dran: Dort wird die Kinderfeuerwehr von der Unterstützungsabteilung betreut, in der bis auf einen Feuerwehrmann niemand im aktiven Dienst ist. Trotzdem steht auch dort die Frage im Raum, ob die Kinderfeuerwehr am 12. Januar ihren Dienst wieder aufnehmen darf.

Jahresdienstbesprechung abgesagt

Die Jahresdienstbesprechungen der einzelnen Löschgruppen und die der gesamten Altenaer Wehr in der Dahler Schützenhalle hat Grass längst abgesagt. Beförderungen und Ehrungen werden in wesentlich kleinerem Rahmen vorgenommen. Sie müssen aus formalen Gründen stattfinden, zum Beispiel wegen der Teilnahme an Lehrgängen. Auf andere Zwänge weist Mark Wille hin: „Wir haben auch Fahrzeuge in der Beschaffung, da muss man auch mal zum Hersteller, wenn es um Umbaumaßnahmen geht, die für die nächsten 20 Jahre wichtig sind.“

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