Feuerwehren üben Ernstfall mitten in der Stadt

ALTENA - Löschangriffe live direkt am Lenneufer oder einen Stadtbummel, bei dem man von Feuerwehrmännern überholt wird, die durch eine Röhre kriechen oder sich über eine Wand quälen - das erlebt man nicht alle Tage.

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Um die Arbeit der Feuerwehren für die Bürger transparenter zu machen, kam Alexander Grass die Idee, den Kreisleistungsnachweis der Feuerwehren des Märkischen Kreises in diesem Jahr in Altena durchführen zu lassen. „Hier hat es eine solche Veranstaltung noch nie gegeben, denn an unseren Sportstätten ist einfach nicht genug Parkraum vorhanden. Aber warum immer auf einem Sportplatz im Kreis laufen, wenn wir den Wehrleuten mal etwas anderes bieten können und die Einwohner dazu noch zuschauen können?“, erklärt der Stadtbrandmeister sein Konzept.

Für die Anmeldung der 75 Teams öffnete das „Feedback“ noch einmal seine Türen, im Stadtinformationsbüro wurde der schriftliche Teil der Prüfung absolviert. Für den sportlichen Teil mussten die Feuerwehrleute eine 450 Meter lange Strecke vom Markaner bis zur Stadtgalerie laufen, in voller Montur und dabei noch verschiedene Hindernisse überwinden. Geschäftsinhaber warfen immer wieder mal einen Blick vor die Tür, Passanten feuerten die Läufer an. Für eine kleine Belohnung sorgte Gianpaolo Alemanno vom Eiscafe Cappuccino: Eine „Eismarke“ konnten die Absoventen nach dem Wettkampf gegen eine Kugel Eis eintauschen.

In einem Zelt neben dem Infobüro mussten die Wehrleute zeigen, dass sie verschiedene Knoten knüpfen können. Das müssen sie können, wenn Menschen abgeseilt oder gesichert werden müssen. Der spektakulärste Teil der Prüfungen war der vierte Teil, der direkt an der Lennepromenade stattfand. Mit den Feuerwehrfahrzeugen rangieren, eine Löschleitung legen, einen Löschangriff simulieren - das war für die Zuschauer interessant zu beobachten. „Wir haben hier eine Situation nachgestellt, auf die wir im Einsatz immer wieder treffen. Wir möchten ja ganz nah dran sein an der Realität und das üben wir hier“, berichtet Grass. Liegen die Rohre richtig, ist die Tür korrekt abgehängt, war der Druckstoß durch die spaltweit geöffnete Tür ausreichend, wurde der Löschangriff schnell genug durchgeführt- darüber wachten die Schiedrichter und Zeitnehmer aus dem ganzen märkischen Kreis. Auch für den sportlichen und den theoretischen Teil gab es Punkte, ebenso für die Knotenkunde.

Geehrt wurden die erfolgreichen Teams während des ganzen Tages von Martin Walter, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Feuerwehrverbandes.

Einige Ehrungen nahm Landrat Thomas Gemke vor, der gegen Mittag in Altena eintraf. Gemeinsam mit Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath ehrte er auch Diter Grefe, den Löschgruppenführer der Dahler Wehr. Grefe erhielt für seinen Einsatz als stellvertretender Kreisbrandmeister und für sein Engagement für die Jugendfeuerwehren, die Spielmannszüge und die Aus- und Fortbildung der Wehrleute das Feuerwehrehrenkreuz in Silber. Musikalisch untermalt wurden die Ehrungen durch Spielmannszüge der Feuerwehren aus dem Märkischen Kreis. In Höhe der zweiten Lenneterrasse konnten die vielen Blauröcke, aber auch die zahlreichen Zuschauer am Grillstand ihren Hunger stillen und am Bierwagen ihren Durst löschen.

Die Sperrung vieler Parkflächen in der Innenstadt nahmen die meisten Einzelhändler und Anlieger ohne großes Murren in Kauf, dafür wurde ihnen ein besonderes Event geboten, das turnusmäßig auch im kommenden Jahr wieder in Altena ausgetragen wird.

Aber auch bei den Teilnehmern kam der Veranstaltungsort gut an. Einige Wehrleute ließen es sich nicht nehmen, trotz des kalten Wetters die Füße von den Lenneterrassen ins Wasser baumeln zu lassen.

Insgesamt waren 635 Teilnehmer vor Ort, davon 30 Feuerwehrfrauen und 94 Erstteilnehmer. Ältester Starter war kein Unbekannter: Ulrich Moldenhauer ging mit der Abteilung Mühlendorf ins Rennen. Die Gruppenwertung gewann Halver I, der Staffelsieg ging an Kierspe-Rönsahl I. Zwei Wehrmänner waren bereits zum 35. mal bei einem Kreisleistungsnachweis aktiv dabei. Leider verletzte sich ein Feuerwehrmann, was am Nachmittag den Einsatz des Notarztes nötig machte. Inzwischen ist der Verletzte aber schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

vonSilvia Sauser

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