Feuerwehr-Wagen mit Umkleide - aus diesem wichtigen Grund

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Nach Bränden müssen sich Feuerwehrleute sofort umziehen.

Altena – Die Feuerwehr bekommt ein Einsatzfahrzeug mit Umkleide. Denn nach jedem Einsatz im Feuer müssen sich die Retter sofort umziehen.

„Brandrauch enthält immer gesundheitsschädliche Stoffe, die über Mund, Atemwege, Schleimhäute oder die Haut in den Körper aufgenommen werden können.“ Die Stimme von Alexander Grass, Chef der Altenaer Feuerwehr, klingt ernst. 

Auch deshalb ist der Vorgesetzte von mehr als 250 Frauen und Männern, die sich ehrenamtlich in der Wehr einbringen, froh, dass alle drei Löschgruppen jetzt über leistungsstarke Einsatzleitwagen (ELW) verfügen. 

Erst am Samstag (7. März) stellte die Stadt zwei Autos für Dahle und Evingsen sowie den Bezirk Stadtmitte neu in Dienst. Das Besondere an diesen Fahrzeugen: Es ist jetzt endlich auch der Stauraum und Platz in den Autos vorhanden, um für die je achtköpfige Besatzung Ersatz-Einsatzkleidung mitzuführen. 

Schadstoffe in heißem Brandrauch

Gerade das ist Grass ein großes Anliegen. Der Stadtbrandinspektor will auf jeden Fall verhindern, dass seine Leute bleibende Gesundheitsschäden von Einsätzen davontragen. „Insbesondere in heißem Brandrauch sind Schadstoffe in höherer Konzentration gasförmig vorhanden und dadurch leicht aufnehmbar. 

In kaltem Brandrauch sind Schadstoffe vorzugsweise an Ruß, Kondenswasser oder Flugaschen gebunden“, erläutert er. „Alles setzt sich in die Einsatzkleidung ab. Das kann jeder, der schon einmal einen Feuerwehrmann nach dem Einsatz getroffen hat, begreifen. Die Männer sind immer total verdreckt. Noch vor Ort, wenn sie aus dem Feuer zurückkommen, müssen sie sich umziehen“, sagt Grass. „Das schreibt unser Hygienekonzept vor.“

Ausgeklügeltes System

 Dieses Umziehen geschieht zurzeit noch etwas behelfsmäßig und unter großen „Verrenkungen“ in den drei Einsatzleitwagen. „Aber das zusätzliche Auto, das wir hoffentlich Ende des Jahres in Dienst stellen werden, verfügt dann über eine eigene Umkleidekabine. 

Über Klappen werden die beim Einsatz getragenen Kleidungsstücke einfach in Spezialbehälter geleitet und automatisch luftdicht verschlossen. So kann die kontaminierte Einsatzkleidung keine direkte Gefährdung der Einsatztruppe mehr darstellen.“ 

Zwar sei es schon lange üblich, nach dem Einsatz stark verschmutzte Kleidung direkt grob abzuspülen und außerhalb des Mannschaftsraumes im Fahrzeug staubdicht verpackt zu transportieren, „doch die Fahrzeugkabine eröffnet ganz neue Möglichkeiten“. 

Kosten: mehr als 125.000 Euro

Gewaschen wird beim Einsatz getragene Kleidung grundsätzlich auf der Wache an der Bachstraße und auch dort neu an die Einsatzkräfte ausgegeben. 

Das neue Einsatzleitfahrzeug mit Kabine ist bestellt. Es handelt sich um einen Mercedes Benz Sprinter vom Tvp 416 CDI mit Allrad-Antrieb. Der Aufbau wird wieder nach den speziellen Wünschen und Anforderungen der Burgstadt ausgeführt. Voraussichtliche Kosten: mehr als 125 000 Euro.

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