Fragen und Antworten zum Brandschutzbedarfsplan

Feuerwehr-Experten: Das soll sich in Altena alles ändern

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Symbolbild

Altena - Der Brandschutzbedarfsplan war Thema im Stadtrat: Experten zählten auf, was sich bei der Altenaer Feuerwehr ändern sollte. Es ging auch um die neue Hauptwache und Gerätehäuser. Fragen und Antworten hier.

30 Minuten lang hat Frank Schmitz von der Luelf und Rinke Sicherheitsberatung dem Rat in Altena den Entwurf einer Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans vorgestellt. Was ist das überhaupt, und warum benötigt man ihn? Was muss alles gemacht werden? Fragen und Antworten gibt es hier.

Was ist überhaupt ein Brandschutzbedarfsplan (BSP)?

In einem BSP legt eine Kommune fest, mit welchem Personal, mit welcher Technik und innerhalb welcher Zeit in ihrem Stadtgebiet der Brandschutz sichergestellt wird. Dabei ist sie nicht autonom, ihr BSP muss vom Kreis und von der Bezirksregierung abgesegnet werden.

Und was sieht der BSP-Entwurf für Altena vor?

Das hängt davon ab, ob es sich um Brände, technische Hilfeleistungen oder ABC-Einsätze handelt. Bei den Bränden unterscheidet der BSP dann noch zwei verschiedene Klassen, weil es einen Unterschied macht, ob ein freistehendes Einfamilienhaus oder ein Mehrfamilienhaus in Flammen steht.

Was genau ist für den Fall eines Brandes vorgesehen? 

Grundsätzlich sollen bei allen Einsätzen zehn Minuten nach der Alarmierung sechs Feuerwehrleute am Einsatzort sein. Brennt ein Einfamilienhaus, dann ist das ein Brand der Klasse 1. Bei dem müssen fünf Minuten nach Eintreffen der ersten sechs Helfer weitere sechs „Funktionen“ (so heißen die Einsatzkräfte im BSP) vor Ort sein. Bei einem größeren Brand (Klasse 2) müssen es neun sein.

Kann Altenas Feuerwehr das im Moment leisten?

„Sie haben grundsätzlich eine gute und leistungsfähige Feuerwehr“, bescheinigte Schmitz den Politikern. Aber es gibt vor allem mit der so genannten Tagesverfügbarkeit Probleme, weil viele der rund 170 freiwilligen Feuerwehrleute außerhalb arbeiten.

Welche Maßnahmen schlägt der BSP dagegen vor?

Tagsüber soll die Wache an Werktagen mit sechs hauptamtlichen Feuerwehrleuten besetzt sein. Nachts und an Wochenenden reichen zwei, weil dann mehr ehrenamtliche Kräfte verfügbar sind. Zurzeit sind rund um die Uhr drei bis vier Hauptamtliche auf der Wache.

Was ist mit den Gerätehäusern?

Völlig in Ordnung ist nur das im Gewerbepark Rosmart. Bei allen anderen besteht Handlungsbedarf, Die Feuer - und Rettungswache soll laut dem Entwurf ebenso durch einen Neubau ersetzt werden wie die Gerätehäuser Evingsen, Drescheid und Rahmedetal. Letzteres soll aus logistischen Gründen deutlich in Richtung Innenstadt verlagert werden. Die in Evingsen und am Drescheid können an den vorhandenen Standorten neu gebaut werden.

Gibt es einen Standort für eine neue Hauptwache?

Dazu hielt sich die Verwaltung sehr bedeckt. Es klang aber durch, dass es grundsätzlich zwei Optionen gibt: einen ganz neuen Standort oder ein neues Gebäude an der Stelle, wo die Wache sich jetzt befindet. In diesem Fall müsste während der Bauzeit eine Unterbringung in Containern oder anderen Notlösungen erfolgen. Es handelt sich um einen Entwurf.

Wird die Politik daran noch Änderungen vornehmen?

Eher nicht. Das Papier (es soll in Kürze im Internet veröffentlicht werden) wurde von einer Arbeitsgruppe erarbeitet, der Vertreter aller Ratsfraktionen angehören.

Gibt es einen Zeitplan?

Und was kostet das alles? Die Kosten sind völlig unklar. Bis der neue BSP insgesamt umgesetzt wird, gehen sicherlich etliche Jahre ins Land. Den Auftakt soll der Neubau der Feuer- und Rettungswache bilden. Allein die Planung dafür werde 18 Monate dauern, schätzte Bürgermeister Dr. Hollstein.

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