Übungsbetrieb unter Auflagen

Feuerwehr beendet Zwangspause

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Rettung aus großer Höhe muss auch ohne Drehleiter klappen. Die Löschgruppe Knerling übte das.

Altena - Wenn es gebrannt hat, sind sie natürlich gekommen. Der „allgemeine Dienstbetrieb“ der Löschzüge ruhte allerdings seit dem 16. März, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr durch Sars-CoV-2.Virus nicht zu gefährden.

Jetzt ist die Zwangspause beendet, am Wochenende wurde es wieder trubelig im Altenaer Stadtgebiet: Mehrere Einheiten führten wieder ihren sonntäglichen Übungsdienst durch. Fast vier Monate war dies in dieser Form nicht möglich.

„Rechnet man mit durchschnittlich zwei Übungsdiensten je Einheit und Monat, dann kommt man auf rund 64 Übungs- und Fortbildungsdienste, die von den Ehrenamtlichen nicht durchgeführt werden konnten“, berichtet Feuerwehr-Pressesprecher Patrick Slatosch. Hinzu kämen noch unzählige Stunden Lehrgänge und Ausbildungen, die ausgefallen seien.

Auch die Gerätepflege wird nun wieder intensiviert: In der Zwischenzeit waren durch die Gerätewarte nur unbedingt notwendige Arbeiten durchgeführt worden, um den Kontakt zwischen den Einsatzkräften auf einem Minimum zu halten.

Auch die weitergehende Führungskräfteausbildung am Institut der Feuerwehr NRW in Münster ist wieder gestartet. Einige Lehrgänge und Seminare, an denen auch Altenaer Einsatzkräfte teilnehmen sollten, entfielen auch dort. Bis die ausgefallenen Lehrgänge nachgeholt werden können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen: Die Lehrgangsplätze am Institut der Feuerwehr sind hoch nachgefragt.

Um den Übungs- und Fortbildungsdienst in den Einheiten wieder starten zu können, wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. Dazu gehört die Beschränkung der Gruppengrößen, die Desinfektion von Händen und Gerät, dort wo es nötig ist, das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen und eine genaue Erfassung der Übungsteilnehmer, um eine Rückverfolgbarkeit sicherstellen zu können. „Große Unterstützung erhielt die Feuerwehr Altena dabei vom Märkischen Kreis. Dieser stellte den Gemeinden detaillierte Informationen zur Verfügung“, lobt die Altenaer Feuerwehr.

An ihrem ersten Übungssonntag nach der Pause wurden von den Einheiten in Altena vielfältige Übungen absolviert. Die Löschgruppe Knerling beschäftigte sich mit der Menschenrettung aus der Höhe. Die Einsatzkräfte mussten eine verletzte Person auf einem Flachdach versorgen. Anschließend wurde sie von dort gerettet. Das muss im Notfall auch ohne die Drehleiter gehen, zum Beispiel dann, wenn es keine Zufahrt- oder Aufstellmöglichkeiten für das große Fahrzeug gibt.

Die Löschgruppe Mühlendorf prüfte am Sonntag Hydranten in der Innenstadt auf ihre Funktion. Dies geschieht regelmäßig, damit die Wasserversorgung bei Einsätzen stets sichergestellt ist.

Mit dem Thema Wasserrettung und der Rettung verletzter Personen aus einem Schacht beschäftigte sich die Löschgruppe Rahmedetal. Dazu konnten die Einsatzkräfte wieder einmal die Fuelbecker Talsperre der Stadtwerke Altena nutzen. Nachdem zunächst eine bewusstlose Person mithilfe des Schlauchbootes des Rüstwagens aus dem Vorstaubecken der Talsperre gerettet werden musste, galt es anschließend unter Atemschutz in die Staumauer zu gehen und von dort drei Personen über die Revisionsklappen in der Mauerkrone zu retten.

Die Löschgruppe Freiheit übte in der Stadtmitte. Die Kräfte bauten mehrere Wasserwerfer und ein Hydroschild, eine Art Wasserwand zum Schutz vor Hitzestrahlung, auf. Dabei konnten besonders die Maschinisten üben: Sie trainierten den Umgang mit einer Pumpe und die Wasserförderung aus der Lenne.

Bereits in der letzten Woche hatte der Löschzug zwei (das sind die Einheiten Dahle/Evingsen) seinen ersten Übungsdienst nach der Corona-Unterbrechung. Die Evingser entnahmen dabei Wasser aus einem Rückhaltebecken und nahmen einen Löschangriff vor. Auch der Hochdruck-Schnellangriff des Kleinlöschfahrzeugs der Einheit wurde eingesetzt.

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