Notärztin lobt Wehrteam

Feuerwache ist ein Provisorium auf Zeit

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Verwinkelt, nicht mehr ganz zeitgemäß aber sehr zentral gelegen: Das Gebäude der Feuer- und Rettungswache. Die Stadt arbeitet mit Hochdruck daran, einen neuen Platz für die Wehr zu finden.

Altena - Für Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein ist die Unterbringung des Notarztes und die gesamte räumliche Situation der Feuerwehr an der Bachstraße „ein Provisorium auf Zeit.“ Läuft alles nach Plan, „sollte mittelfristig endgültig Abhilfe geschaffen sein.“ Mittelfristig? – Das können noch gut bis zu fünf Jahre sein. Viel Zeit. Doch die Feuerwehr kann eben nicht an jeden x-beliebigen Standort in der Stadt umziehen.

„Wir mussten kurzfristig handeln“, erläutert das Stadtoberhaupt im Nachgang zur Schließung von Krankenhaus und Pflegeheim. Deshalb sei an der behelfsmäßigen Unterbringung des Notarztes im Feuerwehr-Gebäude natürlich nicht alles so, wie es sein sollte. Zugegeben: Es gibt einen ansprechend hergerichteten Ruhe- und Schlafraum mit kleinem Schreibtisch.

Der Arzt kann darüber hinaus einen Gemeinschaftsraum mit TV-Anschluss oder die Kaffee- und Teeküche nutzen. Aber gemütlich oder gar wohnlich sieht wirklich anders aus. „Wir sind zurzeit dabei, die Nasszellen in Eigenarbeit herzurichten“, erläutert der diensthabende Hauptbrandmeister und Wachabteilungsleiter Stefan Zlobinski. 

Notärztin Nahid Kaviani und ihr Fahrer am gestrigen Tag, Rettungssanitäter Tim Rösner.

Und er dankt sowohl seinen haupt- und ehrenamtlichen Kameraden als auch Wehr-Leiter Alexander Grass für ihr persönliches Engagement, die Räumlichkeiten an der Bachstraße annehmlicher zu machen. Hollstein und der politische Raum reden und diskutieren schon längere Zeit über ein neues Wehrkonzept mit einem stadtnahen, neuen Standort für die Feuer- und Rettungswache. Laut Bürgermeister gibt es dazu Vorlagen für die Bezirksregierung und auch das Ministerium hat bereits Post aus Altena. „Alles ist in Arbeit“, sagt Hollstein, der auf eine Antwort aus Düsseldorf wartet.

Antwort vom Minister

Ein wenig zuversichtlicher sei er mit der Behelfs-Situation rund um die Wehr, seit Uwe Krischer, vormals im Rathaus unter anderem für Liegenschaften und Gebäude zuständig, auf den Chefposten bei der Kreisleitstelle der Wehr aufrückte. Es bewege sich was, sagt Hollstein vieldeutend. Bis dahin müssen auch die Notfallmediziner sich mit den Gegebenheiten vor Ort anfreunden. Am Montag war Nahid Kaviani im Einsatz. 24 Stunden – stets von 8 Uhr früh bis zum anderen Morgen ebenfalls 8 Uhr früh – wartet sie auf Einsätze. Die erfahrene Medizinerin, die jahrelang als Oberärztin im Raum Olpe tätig war, ist binnen 60 Sekunden einsatzbereit.

60 Sekunden

Bis zu sieben Mal muss sie während ihres Dienstes im Durchschnitt allein in Altena ausrücken. In enger Absprache mit der Leitstelle der Wehr ist Altena aber auch für Hemer, Letmathe oder Iserlohn Einsatzort. Nahid Kaviani: „Das Team ist nett, freundlich und sehr kompetent.“ Das sei besonders auf dem Land wichtig. Denn oft rücken erst einmal Rettungssanitäter aus, wird der Notarzt später hinzugerufen. „Ich habe hier stets sehr gute Übergaben erlebt“, lobt die Ärztin.

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