Feuerwache, neuer Bürgermeister und Lennepark: Wichtige Entscheidungen stehen in Altena an

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Die alte Feuerwache an der Bachstraße muss durch einen Neubau ersetzt werden.

Altena – Feuerwache und Brandschutzkonzept, Bürgermeister-Nachfolge, Fußgängerbrücke und Lennepark: Es gibt viele offene Fragen und Projekte. Ein Überblick.

Weichen wollen SPD und CDU – zumindest für den Bürgermeister-Kandidaten – bei ihren Klausurtagungen stellen, die in gut zwei Wochen stattfinden. Ein Überblick der wichtigsten Themen bis zum Jahresende:

Feuerwehr: neue Wache, Dienstpläne und marode Gerätehäuser

Das Thema wird den nächsten Rat, der 2020 gewählt wird, auf jeden Fall geraume Zeit beschäftigen, schließlich braucht Altena eine neue Feuerwache. „Sie wird das Hauptthema sein“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Kober. 

Aber auch die Bausubstanz der Gerätehäuser Evingsen, Zum Hohle und Knerling ist kritisch. Es geht also um erhebliche Investitionen. „Wir müssen nicht nur mit einem Ort planen, sondern auch mit dem Geld.“ Kober will in Bezug auf die Zukunft der Feuerwehr „interkommunal weiterdenken“, also mit den Nachbarkommunen zusammenzuarbeiten. Auch, um die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehrkräfte zu sichern. 

Da setzt auch die SPD an. Für Fraktionschef Lutz Vormann ist es wichtig, „nicht noch mehr 24-Stunden-Dienste zu streichen“. Es bestehe sonst die Gefahr, dass Feuerwehrkräfte abwandern. „Wer bleibt noch in Altena?“ 

Kritisch steht Ulrich Biroth (Soziale und demokratische Alternative, SDA) dem neuen Brandschutzbedarfsplan gegenüber. Er habe diesem zugestimmt, „damit endlich etwas passiert“. Es gebe jedoch Lücken in der Beschlussfassung. 

Für den Grünen Held steht fest: „Wichtig ist die Entscheidung der Standortfrage für die Feuer- und Rettungswache.“ Er findet es gut, dass die Umsetzung der neuen Dienstpläne erst nach dem Neubau startet und von einem Arbeitskreis begleitet wird, in dem auch der Personalrat vertreten ist. 

Lennepark und Brücke: Noch viel zu tun 

Optimistisch sieht dieses Projekt der Liberale Bernhard Diel: „Der wird hoffentlich schön und bald umgesetzt. Das ist eines der Projekte, die ein neuer Bürgermeister weiter entwickeln und zu Ende führen müsste.“ Er kann sich „den Bootsverkehr am nördlichen Ende, der in den Plänen recht stiefmütterlich behandelt wird, immer noch gut vorstellen“. 

Sauer stößt vielen Kommunalpolitikern in diesem Zusammenhangdie nicht fertig gestellte, neue Fußgängerbrücke auf, die direkt zum Lennepark führen soll: „Mit Glück“, meint CDU-Fraktionschef Kober, wird die Brücke zum Jahresende fertig. 

Der Schrottplatz soll Teil des Lenneparks werden.

Dann führt sie allerdings auf ein bislang brachliegendes Gelände. Bis dort etwas Neues, nämlich der Lennepark, geschaffen werden kann, muss aber der Schrottplatz verschwinden. „Das muss man abwarten.“ Dass das Schrottplatzgelände auch als Standort für eine neue Feuerwache in Frage kommt, darüber hat der CDU-Fraktionschef „laut nachgedacht“, wie er sagt. 

Es gibt zudem Pläne für einen Park- and Ride-Parkplatz. Kober erinnert weiter an den dort vorgesehenen Spielplatz, für den immerhin 50 000 Euro aus dem Verkauf der Lok Carl bereitstehen. 

Was Biroth (SDA) ärgert: „Der Lennepark sollte schon in der Ausschreibung sein.“ Er erkennt jedoch an: „Die Verwaltung ist überlastet.“ Kritik kommt auch von der SPD: Die Situation an der Fußgängerbrücke nennt Vormann „ein Unding“. Es müsse mehr Druck auf die ausführenden Firmen geben. „Die Brücke muss fertig werden.“ 

Held (Grüne) findet auch: „Insgesamt ist es eine missliche Lage, dass viele Firmen die Auftragsbücher übervoll haben und es zu deutlichen Verzögerungen kommt. Wir freuen uns aber auf eine weitere Steigerung der Attraktivität in der Innenstadt.“ 

Hollstein-Nachfolge: Wer tritt an?

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU) hat angekündigt, bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr anzutreten. Wer geht für seine Nachfolge ins Rennen? 

Darüber wird die CDU am Freitag, 8. November, bei ihrer Klausurtagung sprechen. Kober macht klar: „Wir können nicht im Januar sagen, dass wir noch niemanden haben.“ Natürlich werden auch die übrigen Ratsmandate eine Rolle spielen. Kober berichtet, dass wohl fünf Mitglieder der CDU-Fraktion ausscheiden werden und durch neue Gesichter ersetzt werden müssen. „Wir sind aber in der glücklichen Lage, dass wir keinen personellen Engpass haben.“ 

Wer tritt an für die Nachfolge von Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein?

Die Antwort des FDP-Vertreters im Rat, Bernhard Diel; „Wen die CDU als Kandidaten aufstellt, ist erst mal deren Problem.“ Er wünsche sich einen Kandidaten, „der pragmatisch und jenseits der Parteiräson ist, der die guten Ideen von Dr. Hollstein weiter führt, aber auch neue Ideen hat, vor allem, wenn es um die Weiterentwicklung der Außenbezirke geht.“  Die FDP werde mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Ebenso wie die SDA: „Wir werden keinen eigenen Kandidaten aufstellen“, kündigt Biroth an. 

Die SPD macht es wie die CDU: „Das werden wir bei der Klausurtagung besprechen“, sagt Vormann. Diese findet am Samstag, 9. November, statt. Es gebe aber bereits Gespräche mit Personen, die in Frage kommen. 

Vage bleiben die Grünen: Ratsherr Oliver Held sagt: „Wir starten Anfang November mit den Haushaltsberatungen. Das steht jetzt erst einmal im Vordergrund, auch wenn wir natürlich erste personelle Überlegungen für die Kommunalwahl anstellen.“

Kinderbetreuung: Mehrere Sorgenkinder

Nach aktuellem Stand sind die Kinder in der Burgstadt gut versorgt, es gibt laut Verwaltung genug Plätze. „Die Bedarfszahlen schwanken massiv“, stellt der SDA-Ratsherr Biroth fest. 

Das ist ein Problem. „Ich bin sehr gespannt, was die neuen Zahlen sagen.“ Auf deren Grundlage will der Jugendhilfeausschuss am kommenden Dienstag, 29. Oktober, entscheiden, ob in Dahle zum Kindergartenjahr 2020/21 eine dritte Gruppe eröffnet wird Für diese müsste angebaut werden, das allerdings ist zeitlich kaum mehr zu schaffen, glaubt die Kirche als Träger. 

Der SDA-Vertreter sieht weiteren Bedarf an Plätzen – in der Innenstadt oder im Mühlendorf. Biroth erinnert daran, dass es auf dem Nettenscheid ein leer stehendes Kindergarten-Gebäude gibt. 

In eine ähnliche Richtung stößt die SPD: „Die Frage ist, wie kriegt man den Ball rund?“, fragt Vormann. „Wir brauchen auch zentrale Plätze“, also in der Nähe der Innenstadt. 

Allgemeiner fasst der FDP-Ratsherr das Problem: „Es gibt große Baustellen, alle Träger sitzen mit im Boot, aber es hat natürlich auch jeder Träger ein eigenes Interesse“, sagt Diel.  „Die Stadt muss versuchen, die selbst gesteckten Ziele mit den Trägern auch zu erreichen.“ 

Die Grünen sind optimistischer: „Die anstehenden Beschlüsse für Dahle und Evingsen werden für weitere spürbare Entlastung sorgen“, meint Held und fügt an: „Schön, wenn es mehr Babys gibt, als im Plan standen."

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