Feuer in der Schule: Lehrer üben Löschen

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Der Schulleiter macht es vor: Wolfgang Wilbers war der erste, der auf dem Parkdeck der Feuerwehr den Feuerlöscher in die Hand nahm.

Altena – Was zu tun ist, wenn es in der Schule brennt, trainierten Lehrer in der Feuerwache. Denn der Umgang mit dem Feuerlöscher will gelernt sein.

Hurra, hurra, die Schule brennt? Das sieht Wolfgang Wilbers, Leiter der Grundschule Altena mit ihren Standorten in Dahle und im Mühlendorf, naturgemäß ganz anders: „Wir wüssten ja noch nicht mal, wo es dann weitergehen sollte mit dem Unterricht“, sagte er, als er am Montag mit den Kollegien der beiden Schulen zur Feuerwache kam. 

Dort übten die Lehrer unter der Regie von Thomas Stuwe und Jessica Clemens den Umgang mit Feuerlöschern. Die muss es in öffentlichen Gebäuden geben, aber sie kommen erst an zweiter oder dritter Stelle. 

Zweiter Rettungsweg im Mühlendorf schwierig

Gehen in einer Schule die Feuermelder an, dann ist es erste Pflicht der Lehrer, die Kinder in Sicherheit zu bringen. Das wird zweimal pro Jahr geübt, einmal sogar mit der Feuerwehr. Herausgekommen ist dabei schon vor Jahren, dass es um den zweiten Rettungsweg im Mühlendorf nicht besonders gut bestellt ist. Im kommenden Sommer solle endlich eine dringend notwendige Fluchttreppe gebaut werden, berichtete Wilbers. 

Stuwe, der kommissarische Leiter der Feuer- und Rettungswache, wies eindringlich darauf hin, wie wichtig unverstellte Fluchtwege sind: Im Treppenhaus hat eigentlich nichts zu stehen, die Flure müsse frei von Brandlasten sein. Das gilt auch für Jacken. Stuwe: „Ich weiß, dass das nicht immer möglich ist." 

Erst die Kinder, dann das Feuer

Erst wenn alle Kinder in Sicherheit sind, können Löschversuche gestartet werden – „aber nur, wenn Sie sich das zutrauen“, betonte Feuerwehrfrau Clemens und erklärte den Lehrern zunächst die einzelnen Typen von Feuerlöschern. 

In jedem Fall ganz wichtig: Man muss wissen, wo die Löscher hängen. „Und Sie sollten sich klar machen, wie sie funktionieren“, sagte Clemens den Pädagogen. Es gibt nämlich keine Norm für Feuerlöscher, die Auslösemechanismen können ganz unterschiedlich beschaffen sein. Betriebsfertig mache man das Gerät am besten außerhalb des Gefahrenbereichs, empfahl Clemens und riet außerdem dazu, den Löscher einmal kurz auszuprobieren, bevor man sich dem Feuer nähert. 

Löschtraining auf dem Parkdeck

Und dann wird gelöscht, und zwar am besten mit kurzen Intervallen und so, dass man das Feuer von vorne bekämpft. Gut sei auch, wenn andere Kollegen mit zusätzlichen Löschern zur Hilfe eilen würden, sagte Clemens. 

Grau ist alle Theorie – wer wüsste das besser als die Lehrer einer Grundschule. Deshalb ging es nach der (übrigens durch einen realen Feueralarm unterbrochenen) theoretischen Unterweisung im Schulungsraum der Feuer- und Rettungswache auf das Parkdeck, wo Clemens mit Hilfe einer Gasflasche ein ordentliches Feuer entfachte. Und dann wurde gelöscht – mal alleine, mal zu zweit und letzten Endes immer erfolgreich.

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