Alles nur Übung: Löschgruppe Rahmedetal festigt ihr Können im Drahtwerk Hesse

Lebensretter verletzt sich selbst – alles nur Übung

Patrick Slatosch und Björn Cordt beim Anlegen der Atemschutz-Ausrüstung. Sie suchten im künstlich verqualmten Betriebsgebäude von Draht Hesse im Auftrag der Löschgruppe Rahmedetal am frühen Sonntag nach einem vermissten Mitarbeiter. Foto: Bonnekoh

Altena -   Am Ende waren alle zufrieden. Vize-Löschgruppenführer Markus Pflüger (Rahmedetal), seine mehr als ein Dutzend Feuerwehrfrauen und -Männer und Jürgen Hesse, Seniorchef der Traditionsfirma Hesse Draht GmbH aus der Rahmede. „Unsere Simulation einer Verpuffung innerhalb der Schleiferei hat reibungslos geklappt – ich bin sehr zufrieden!“, so Pflüger.

Aber der Reihe nach: Als der Notruf am gestrigen Sonntag, 17. August, gegen 9.15 Uhr von der Werkleitung der Diedrich Hesse GmbH & Co. KG aus der Rahmedestraße 113 abgesetzt wurde, ging alles sehr schnell. Unter Leitung des stellvertretenden Löschgruppenführers Markus Pflüger eilte ein vielköpfiges Team sofort an den Unglücksort. Hier hatte, so erfuhren die zuvor nicht informierten Feuerwehrleute von ihrem Chef, ein Vorarbeiter in der Schleiferin versucht, einen Schwelbrand zu löschen.

Weil er wusste, dass noch ein Arbeitskollege vor Ort sein musste, hatte er ohne Atemschutz den Unfallort betreten, um dem Mann beizustehen. Der konnte aber aus dem Rauch entkommen und sich retten. Seitdem war der Vorarbeiter selbst vermisst. Es gab eine starke Rauchenwicklung mit vermutlich giftigen Dämpfen. In großer Ruhe und mit Übersicht wurden die Kameraden eingeteilt, die sich dann teils rutschend, kriechend oder kniend wegen der mitgeführten Werkzeuge und unter vollem Atemschutz der Schleiferei näherten und jeden Zentimeter in der Halle absuchten.

Die Übung in Bildern

Feuerwehrübung bei Firma Hesse

Heizstrahler im Unternehmen (Simulation starker Hitzeentwicklung), eine leistungsstarke Nebelmaschine und das den Wehrleuten natürlich unbekannte Firmenareal sorgten für realistische Unfallbedingungen in dieser Simulation. Seniorfirmenchef Jürgen Hesse erinnerte am Rande der Übung daran, dass es vor zwei Jahren bei einem Feuer schon einmal eine ähnliche Situation gegeben habe. Damals aber ohne vermisste Person.

Fazit: Die Wehrleute an vorderster Front, aber auch ihre Sicherheitsreserve, gebildet von Wehrfrau Lisa Buschmann und Kai Wigskalle und das gesamte Team, fanden den vermeintlich Verletzten schnell und konnten ihn bergen. Der Löschgruppenführer hatte eine 60-Kilo-Puppe hinter einer Maschine platziert und mit einer Verletzungssimulation sogar noch für zusätzlich Action gesorgt.

Hesse sen: „Ich bin der Wehr dankbar, dass sie so etwas bei uns probt und übt. Das gibt ihr, aber auch uns. Sicherheit.“ Und Markus Pflüger dankte seinerseits seinem Wehrteam und Klaus und Jürgen Hesse für das Zurverfügungstellen der Hallen und Anlagen. Auch er sagte: „Davon profitieren letzten Ende beide Seiten: Die Firma und wir, die Wehr.“

von Johannes Bonnekoh

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