Ferngasleitung wandert – im Juni ist alles fertig

+
Mächtige Rohre von 24 Metern Länge und rund vier Tonnen Gewicht warten im Hintergrund darauf, in den Boden gebracht zu werden.

ALTENA - Am Ortsausgang in Richtung Werdohl haben die Arbeiten zur Verlegung der so genannten „Südwestfalenleitung“ begonnen.

Im Zuge der Verlagerung des insgesamt 200 Meter langen Teilstücks ist die Bundesstraße 236 zunächst für eine Woche halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird in dieser Zeit durch eine Ampel geregelt. Die Maßnahme ist mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Das gesamte Vorhaben soll dann Ende Juni abgeschlossen sein.

Die Leitung muss auf die Lenneseite verlegt werden, weil der Landesbetrieb „Straßen NRW“ in Höhe von Hausnummer 105 eine marode gewordene Stützmauer durch eine Gabionenwand stabilisieren will.

Die damalige Ruhrgas AG hatte die Erdgasleitung 1929 von Dortmund nach Wissen (Rheinlad-Pfalz) gebaut und in Betrieb genommen. Die sogenannte Südwestfalenleitung transportiert deutsches und holländisches Erdgas aus dem Ruhrgebiet Richtung Süden. Sie dient unter anderem der Versorgung regionaler Abnehmer wie Stadtwerke und Industrie im Sauerland.

Die Erdgasleitung von Dortmund nach Wissen wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Die Inspektion oder auch Streckenkontrolle erfolgt durch Begehen, Befahren oder Überfliegen. Dabei werden auch alle Baumaßnahmen sowie sonstige besondere Vorkommnisse im Trassenbereich der Gasleitung beachtet und gemeldet.

Die frühere „E.ON Gastransport“ firmiert seit September 2010 unter dem Namen „Open Grid Europe“. Mit der Namensänderung geht der Übergang von rund 1 400 Mitarbeitern auf das Unternehmen einher.

„Open Grid Europe“ nimmt künftig die Funktionen eines unabhängigen Fernleitungsnetzbetreibers im Sinne des dritten EU-Energiebinnenmarktpakets wahr: Insgesamt 1 800 Mitarbeiter gewährleisten einen sicheren Transport und führen alle Prozesse aus, die für den Betrieb des rund 12 000 Kilometer langen Ferngasleitungsnetzes erforderlich sind.

Die Umsetzung erfolgte nach Vorgaben des dritten EU-Energiebinnenmarktpaketes, das Energieunternehmen eine striktere Entflechtung von Handelsgeschäft vom Netzbetrieb vorschreibt und die Möglichkeit der Bildung eines unabhängigen Fernleitungsnetzbetreibers vorsieht. Im Rahmen dieser Vorgaben wird Open Grid Europe alle Aufgaben, die für die Tätigkeit des Unternehmens erforderlich sind, selbstständig erfüllen – ohne Zugriff auf Konzerndienstleistungen.

von Thomas Keim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare