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Felssicherung: Arbeiten bleiben spannend - Schreitbagger „hängt“ im Burgberg

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Von: Jona Wiechowski

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Bis zu 90 Grad Steigung gibt es hier am Felsen unter der Burg Altena, berichtet Polier Robert Weise. Der Schreitbagger hängt regelrecht im Felsen und ist durch ein Seil gesichert, das im Felsen verankert ist.
Der Schreitbagger hängt regelrecht im Felsen und ist durch ein Seil gesichert, das im Felsen verankert ist. © Wiechowski, Jona

Die Felssicherungsarbeiten am Burgberg gehen spannend weiter: Nachdem schon Höhenkletterer und ein Hubschrauber zum Einsatz kamen, bewegt sich seit ein paar Tagen ein Schreitbagger im Hang.

Altena – Gut 1000 Bohrungen für die Anker wird die Spezialmaschine am Ende wohl vornehmen, um die rund 3000 Quadratmeter Sicherungsnetz zu befestigen, berichtet Polier Robert Weise von der Spezialfirma Salmen.

Der Bagger hängt regelrecht im Hang. Bis zu 90 Prozent geht es bergab. Nicht ohne Grund ist die Maschine mit einem Drahtseil gesichert, das oben im Felsen verankert ist. Der Bagger kommt von der österreichischen Firma Andreas Dietrich. „Wir haben selbst zwei Schreitbagger, aber die sind auf anderen Baustellen“, erklärt Weise. Die Maschinen seien derzeit sehr gefragt. Sie kommen dahin, wo kein normaler Bagger fahren kann und können jedes Rad oder jedes Stützbein einzeln bewegen.

Löcher in 4,50 Meter Tiefe

An der richtigen Position bohrt der Bagger rund 4,50 Meter tiefe Löcher für die Anker. Gut 15 Minuten dauert das jeweils. „Im Schnitt kann der Bagger 30 Bohrungen am Tag vornehmen. Das Umsetzen ist zeitaufwendig“, erklärt er. Denn das geht immer nur Stück für Stück und bevor mit der nächsten Bohrung angefangen werden kann, muss sicher sein, dass der Bagger richtig fest steht.

4,50 Meter lang sind die Anker für die Netze, die alle von Hand in die Hänge gebracht werden. Um die 1000 werden am Ende wohl für das komplette Netz nötig sein.
4,50 Meter lang sind die Anker für die Netze, die alle von Hand in die Hänge gebracht werden. Um die 1000 werden am Ende wohl für das komplette Netz nötig sein. © Wiechowski, Jona

Verfüllt werden die Anker mit einem speziellen Mörtel. Der wird oben, unmittelbar unterhalb der Burg Altena, angemischt und per Schlauch nach unten geführt.

Um die 1000 Bohrungen werden wohl nötig sein, um das Netz zu sichern, schätzt Weise im Gespräch. Im September oder Oktober könnten die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die aktuellen Arbeiten am Burgberg laufen im Rahmen des zweiten Bauabschnitts der Felssicherungsarbeiten, der vor wenigen Wochen gestartet ist. Unverändert ist: Die Baustellenlogistik bleibt eine der größten Herausforderungen. Stunden hatte es Ende vergangener Woche allein gedauert, den Bagger an seinen Einsatzort zu bringen. Auch das Tanken ist durchaus aufwendig. Um die 200 Liter Diesel gehen an einem ganzen Arbeitstag durch, so Weise. Den Weg vor der Burg entlang kann noch ein kleiner Radlader fahren. Doch das letzte Stück geht es Treppen hinunter. Und so wird nicht nur der Kraftstoff kanisterweise von Hand nach unten getragen, auch beispielsweise die Anker.

3000 Quadratmeter Hang werden gesichert

Auf insgesamt 3000 Quadratmeter schätzt Weise die Hangfläche, die gesichert wird. Aufgeteilt ist sie in mehrere Flächen. Als nächstes steht der Hang unmittelbar unter der Burg Altena an, wo ebenfalls mit Bohrungen durch den Schreitbagger begonnen wird.

Der Mörtel für die Anker wird oben angemischt und per Schlauch nach unten zur Baustelle geführt.
Der Mörtel für die Anker wird oben angemischt und per Schlauch nach unten zur Baustelle geführt. © Wiechowski, Jona

Wenn die Bohrungen einmal fertig sind, kommt das Netz – pro Rolle knapp 200 Kilogramm. Vielleicht komme dafür noch mal ein Hubschrauber zum Einsatz, der diese dorthin fliegt, erklärt der Polier.

Auch Schutzzäune etwa für Wanderer kommen noch an die Wege, die derzeit kaum nutzbar sind und für die Baustelle gebraucht werden.

Die Kosten für die gesamten Hangsicherungsarbeiten, die im März begonnen haben, werden mit insgesamt 1,5 Millionen Euro kalkuliert, heißt es von der Pressestelle des Märkischen Kreis, der die Arbeiten in Auftrag gegeben hat.

Auch von unten – beziehungsweise von der Innenstadt aus – können die Arbeiten gesehen werden.
Auch von unten – beziehungsweise von der Innenstadt aus – können die Arbeiten gesehen werden. © Wiechowski, Jona

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