Feingeistiger Sprachakrobat  zu Gast in Altena

Schöner leben mit Martin Zingsheim

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Martin Zingsheim bot ansprechendes Kabarett in der Burg Holtzbrinck

Altena -  Martin Zingsheim hat einige gute Ideen, den Alltag mit simplen Ideen aufzupeppen: „Einfach mal in die Bank gehen und sich lautstark darüber empören, dass das Konto voll ist!“ Oder das alte Wählscheibentelefon aus dem Keller holen, im Bus ein Telefonat beginnen und die schlechte Verbindung bemängeln. Seine Scherze sind am Samstagabend super angekommen beim Altenaer Publikum - trotz starker Fußballkonkurrenz lachten 33 Gäste mit.

In Martin Zingsheims Welt reichen schon kleine und einfache Veränderungen aus, um die Welt interessant zu machen. Weshalb müssen es immer besoffene Hooligans sein, die ihre Parolen an den Hauptbahnhöfen verbreiten? Könnten sie nicht auch mal durch eine Horde Museumsbesucher ersetzt werden? Wo sind die intellektuellen Einheizer, die zum kollektiven Bejubeln von van Gogh aufrufen? Mit Kirche, da ist sich der Kölner Kabarettist sicher, könnte das auch funktionieren: Ein Stadionsprecher auf der Kanzel würde doch wunderbar Stimmung am Sonntag verbreiten! Aber nein, der Mensch scheint für solche Experimente nicht anpassungsfähig genug. Zingsheim selbst nimmt sich da nicht aus, gehört selber zu der bedürfnisorientierten Generation von Eltern, die ihren Kindern wenig zugemutet wissen will. „Für unseren letzten Urlaub wollten wir sogar die heimische Tapete abknibbeln und in der Ferienwohnung ankleben, damit die Kleinen sich nicht so sehr umgewöhnen müssen.“ Martin Zingsheim bietet in seinem Programm einige schöne sprachakrobatische Perlen, angefangen beim „Elternteilchen“ bis hin zu vom Aussterben bedrohten Wörter. Zwischen Kaltmamsell und Oheim setzt er sich auch mal ans Klavier. „Aber nur wenn es passt!“ betont er. Und sein Publikum liebt ihn dafür. Heiß und innig!

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