Feine Nasen auf der Spur von Brandstiftern

Brandherd-Erkundung mittels Hunden in der Rahmede.

ALTENA Ganze vier Minuten war Jucca Mittwochmittag gegen 12 Uhr über den Berg von „Holzkohle“ gelaufen, da schlug die Belgische Schäferhündin auch schon an. „Das Tier hat etwas aufgespürt“, kommentierte Günter Nobbe.

Der Polizeihauptkommissar war am Mittwoch mit seinem Kollegen Ralph Busse am „erkalteten Brandherd“ an der Rahmedestraße 257. Der Staatsanwalt hatte ihn, seinen Kollegen und weitere Brandermittler sowie die „Vierpfoten-Abteilung“ aus Holte-Stukenbrock angefordert, weiteres Licht in die Entstehung des Großfeuers zu bringen, das in der Samstagnacht Teile der ehemalige Firma Forkert in Schutt und Asche legte.

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So viel vorweg: Was auch immer die Tiere – insgesamt waren vier Belgische Schäferhunde im Einsatz – auch erschnüffelten: Jetzt sind die Brandermittler wieder am Zug. Die sind aber froh über die Hilfe der Spezialhunde, „weil sie besonders schnell, effektiv und zeitsparend auch große Flächen absuchen können“, so Einsatzleiter Udo Reil. Die Beamten selbst müssen auf technische Hilfe, den so genannten Photoionisationsdetektor, zurückgreifen. Der ist an seiner Spitze kaum Fingernagelgroß und deshalb können die Brandermittler auch nur punktuell und in einem sehr zeitaufwändigen Arbeitsprozess nach Brandbeschleuunigern suchen. Anders die Hunde: Noch eine Woche nach einem Feuer erschnüffeln die speziell ausgebildeten Vierbeiner stark abgedampfte oder kleinste Reste brennbarer Flüssigkeiten im Brandschutt. „Ihr Geruchssinn ist hochempfindlich, einige tausend Male höher, als der des Menschen. Wir können jeweils etwa drei mal 20 Minuten konzentriert arbeiten, dann benötigen die Hunde eine kleine Pause“, so die Hundeführer.

Großbrand im Rahmedetal in Altena

In der vergangenen Nacht auf Sonntag wurde die Feuerwehr zu einem Brand alamiert. Es rückten mehr als 60 Kräfte zu einem Industriegelände an der Rahmedestraße Ecke Mühlenbach aus.

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Brandmittelspürhund Jucca legte sich gestern wie im Lehrbuch an die Fundstelle, wo er Brandbeschleuniger aufspürte. Die Beamten nahmen daraufhin Proben des Brandschutts und brachten ihn ins Labor. Trotz der „tierischen Hilfe“ ist für den sicheren und gerichtsfesten Beweis später die Bestimmung eines brennbaren Stoffes noch immer erst nach einer Analyse im Labor anerkannt.

von Johannes Bonnekoh

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