Feiertags-Notdienst in der Apotheke

Für Kater und zu vollen Bauch: Die richtigen Medikamente nach dem Fest

Apothekerin Dietlind Bauerfeind hat in der Burg-Apotheke in Altena Nodienst am Feiertag.
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Apothekerin Dietlind Bauerfeind hat in der Burg-Apotheke in Altena Nodienst am Feiertag.

Kopfschmerztabletten und Magenschoner sind die Renner in den Apotheken an den Weihnachtsfeiertagen. 24 Stunden ist Altenas Apothekerin Dietlind Bauerfeind am zweiten Weihnachtsfeiertag im Dienst. Geschlafen wird im Büro.

Altena – Lokführer, Krankenpfleger, Ärzte, Feuerwehrleute, Polizisten, Busfahrer: Viele Personen müssen an Weihnachten arbeiten. Auch die heimischen Apotheken sind für Kranke eine verlässliche und irgendwie „selbstverständliche“ Anlaufstelle im Notfall. Viele Menschen nehmen gar nicht bewusst wahr, wer über die Feiertage arbeitet, während sie die Feiertage zu Hause verbringen.

Apothekerin Dietlind Bauerfeind von der Burg-Apotheke hat sich für den zweiten Weihnachtsfeiertag nichts vorgenommen. Kann sie auch gar nicht. Dann hat sie nämlich Notdienst in der Apotheke an der Kirchstraße in Altena. Aber nicht nur acht Stunden, die Pharmazeutin ist von 9 Uhr am zweiten Festtag bis um 9 Uhr des darauffolgenden Tages für kranke Menschen persönlich da.

Präsenzpflicht: Wohnen in der Apotheke

„Das ist für mich keine große Sache“, sagt die Altenaerin. „Der Apotheken-Notdienst rotiert unter allen Kollegen – und dieses Mal bin ich halt an der Reihe.“ Besonders ist es aber irgendwie schon, denn Apotheker haben Präsenzpflicht. Während ihres 24-stündigen Notdienstes „wohnen“ sie quasi in ihrer Apotheke, an ihrem Arbeitsplatz.

Weihnachten war für Dietlind Bauerfeind häufig ein Datum, an dem die reiseinteressierte Frau sich für ein paar Tage eine persönliche Auszeit nahm. Daran ist in diesem Jahr nicht zu denken. Und weil auch im privaten Umfeld coronabedingt alles anders ist als sonst, „hatte ich auch keine Probleme, eine meiner Pharmazeutisch-technischen Angestellten zu finden, die mit mir Dienst macht“, sagt sie.

Knabbergebäck und Radiomusik zum Notdienst

Doch auch im Dienst bemüht sich die Chefin für sich und ihre Mitarbeiterin um „ein klein wenig Festlichkeit“. So werden die Kerzen am Adventskranz brennen und ein mildes Licht verbreiten, auch wenn es aus Brandschutzgründen Elektrokerzen sind. Auch auf das Ritual des Kaffee- oder Teetrinkens werden Bauerfeind und ihre Mitarbeiterin wohl nicht verzichten.

„Wir werden es uns schon bei Knabbergebäck und kleinen Snacks im Büro gemütlich machen.“ Mal laufe auch der kleine Fernseher oder werde das Radio eingeschaltet. Möglich sei vielleicht auch, dass sie ein Buch endlich auslesen könne, sagt die Apothekerin.

Das richtige Medikament: Apotheker hat große Verantwortung

Doch die Kehrseite der 24-Stunden-Schicht ist natürlich auch, dass es eben nicht nur besinnlich zugeht. „Wir müssen in den Apotheken eine gute Versorgung mit Medikamenten auch am Feiertag sicherstellen.“ Zwar regeln viele Gesetze und Verordnungen den Nacht- und Notdienst in Apotheken, aber es gibt immer den individuellen Einzelfall oder den dringenden Fall, wenn eine ärztliche Verschreibung nicht verfügbar ist. Eine große Verantwortung für den Apotheker, der dann ein Arzneimittel auswählen muss, das passt.

Bauerfeind findet, so ein Feiertagsdienst sei aber auch ein schönes Arbeiten. Sie erledige häufig Dinge, die liegen geblieben sind oder die man mal gerne aufschiebt. „Dann stört kein Telefon, dann läuft niemand ins Büro. Dann kann ich durcharbeiten.“

Völlegefühl, Sodbrennen und Kater: Klassiker zum Fest

Weihnachten, das Fest der Familie, sorgt immer wieder auch für Stress. Bekommen Apotheken davon etwas mit? „Über Kunden rede ich niemals. Aber ich sage immer, wir sind alle nur Menschen. Und deshalb ist es durchaus üblich, das Medikamente wie Aspirin und Alka Seltzer gegen den Kater wegen Alkohol-Genuss nachgefragt werden.

Häufig wird auch Iberogast Gaviscon, Maaloxan, Talcid gegen Magenbeschwerden wie Völlegefühl und Sodbrennen verkauft. Zu Weihnachten wird eben oft besonders gut gegessen. Und so ein üppiger Feiertagsschmaus wie fette Gans, große Mengen Lebkuchen, Plätzchen und Spritzgebäck schlägt schon mal auf den Magen.“

Was sie genau in dieser Weihnachtsnacht erwartet, ist natürlich völlig offen. „Das kann niemand vorhersagen. Ein Kollege hat mir mal erzählt, er habe auch schon Neurexan und Bachblüten- Notfallbonbons gegen Stress und Nervösität durch das Notfallkläppchen abgegeben. Er mutmaßte: Da muss wohl beim Verwandtenbesuch etwas schiefgelaufen sein.“

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