Fehlende Miete kann Grundsteuer senken

Stadt oder Finanzamt nichts schenken.

ALTENA - So manchen Euro sparen können Altenaer Immobilienbesitzer, wenn sie eine Frist beachten: Bis zum 31. März können nämlich bei der Stadt Anträge auf Grundsteuererlass gestellt werden.

Leicht ist es aber nicht, die Vorgaben zu erfüllen. Das bestätigte auf Anfrage Frank Waßmuth vom Finanzservice im Rathaus. „Die Latte hängt hoch“, sagte der Experte in der Kämmerei und räumte mit dem Vorurteil auf, ein einfaches Schild im leeren Schaufenster mit der Aufschrift „Zu vermieten“ genüge, um in den Genuss des Steuererlasses zu kommen. „So etwas reicht natürlich nicht.“

Genutzt wird die Möglichkeit aber dennoch in Altena beim Ausbleiben von Mieteinnahmen die Stadt in die Pflicht zu nehmen. „Wir haben immer das gesamte Objekt im Blick“, sagt Waßmuth. Das betreffe sowohl den Wohnungssektor als auch mögliches Gewerbe im Haus. Voraussetzung für den Grundsteuererlass, so sage es das Gesetz, sei eine „wesentliche Ertragsminderung, die der Steuerzahler selbst nicht zu vertreten hat.“ Die liegt dann vor, wenn der normale Rohertrag um mehr als die Hälfte gemindert ist. Liegt diese Minderung vor, kann die Grundsteuer um 25 Prozent erlassen werden. Sofern der Ertrag in voller Höhe ausfällt, ist sogar ein Grundsteuererlass von 50 Prozent möglich und vorgesehen. Und was ist ein normaler Rohertrag? Darunter versteht der Gesetzgeber die zu Beginn eines Kalenderjahres geschätzte übliche Jahresrohmiete. Ein möglicher Steuererlass ist immer kalenderjahrbezogen und muss spätestens bis zum 31. März des Folgejahres formlos bei der Stadtverwaltung beantragt werden.

Wassmuth wiederholt: „Ein Schild im Fenster, ,Zu vermieten‘, reicht uns nicht.“ Mögliche Wege für Eigentümer, die Grundsteuern erlassen bekommen wollen, sind zum Beispiel, einen Makler zu beauftragen und Vermietungsanzeigen zu schalten und auf jeden Fall ihren spezifischen Fall „sehr, sehr gut und nachvollziehbar“ zu begründen.

von Johannes Bonnekoh

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