Fast vergessene Welt: Kreisarchiv plant Ausstellung

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Der Speiseraum im Hotel „Märkischer Hof“, das sich als „erstes Haus in Altena“ beschrieb. Der „Märkische Hof“ befand sich dort, wo heute der Parkplatz unterhalb der Fritz-Berg-Brücke ist.

Altena -  Die Welt zu Gast in Altena – so heißt eine Ausstellung, die im Kreisarchiv vorbereitet wird. Es wird um die Hotels und Gaststätten in der Burgstadt gehen. Und um ein florierendes Gewerbe.

Altena war Kreisstadt, was nicht mehr jeder im Bewusstsein hat, und es herrschte nicht nur um den damals vollwertigen Bahnhof herum ordentlich Betrieb. Laut den Adressbüchern von 1910 und 1920 gab es damals 5 Hotels in Altena, die sich hauptsächlich auf der Bahnhofstraße konzentrierten. Das hat Archivar Ulrich Biroth ermittelt. Die damalige Bettenzahl ist dagegen nicht auf die Schnelle zu ermitteln. 1920 bezeichnet sich das Hotel „Märkischer Hof“ – es stand dort, wo heute der Parkplatz unterhalb der Fritz-Berg-Brücke liegt – in einer Anzeige als „erstes Haus“ und größtes Hotel in Altena. Diese Ausstellung beginnt am 29. Oktober. Sicherlich interessant werden hier Details sein. Weil sich im Kreisarchiv ein großer Teil aus dem Nachlass der Gastwirtsfamilie Pilling erhalten hat, kann man in der Ausstellung zum Beispiel mal nachsehen, was denn ein Kotelett oder eine Flasche Bier vor 100 Jahren gekostet haben. Schon am 25. Februar aber wird es ebenfalls richtig spannend. Dann spürt Ulrich Biroth in einem Vortrag für die Freunde der Burg alten Ansichten von Altena nach, die derzeit ganz einfach nicht zugeordnet werden können. „Aus den Augen verloren“ wird dieser Abend überschrieben sein. Es wird sicherlich interessant, wie viele Rätsel dabei gelöst werden können. „Es gibt tatsächlich eine Reihe von Altenaer Ansichten, bei denen wir bisher mit der Identifizierung kein Stück weitergekommen sind“, sagt Biroth. Das Gesamtprogramm für die „Freunde der Burg“ wird die Direktorin des Kreisarchivs, Dr. Christiane Todrowski, in etwa 14 Tagen fertiggestellt haben.

Bereits am 16. April wird es im alten Kreishaus an der Bismarckstraße die erste Ausstellung in diesem Jahr, berichtet Dr. Christiane Todrowski. Die Präsentation trägt den aus dem Liedgut Zuccalmaglios bekannten Titel „Kein schöner Land“ und widmet sich dem Lennetal in alten Fotos und Postkarten. Auch hier kann das Kreisarchiv auf einen umfangreichen Bestand zurückgreifen.

Von Thomas Keim

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