Fast nichts los am Frauentag am 8. März

ALTENA - Ausgerechnet die CDU-Frauen halten in Altena das emanzipatorische Fähnlein hoch – sie sind die einzigen, die heute eine Veranstaltung zum internationalen Frauentag durchführen. Bei SPD und Gewerkschaften herrscht Schweigen im Walde. Dabei war der 8. März jahrzehntelang eine überaus linke Veranstaltung.

Ins Leben gerufen wurde der Internationale Frauentag Anfang des 20. Jahrhunderts von der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz. Er sollte ein Zeichen setzen im Kampf um die Gleichberechtigung und für das Wahlrecht für Frauen. Eine Blütezeit erlebte er vor etwa 25 bis 30 Jahren, als sich in Deutschland eine stark ausgeprägte Frauenbewegung bildete.

Auch an Altena ging diese Entwicklung nicht vorbei: Hier nahm sich das „Lila Kränzchen“ der Frauenthemen an, federführend waren die Volkshochschule und die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Christine Herfel. Auch die Gewerkschaft griff das Thema wieder auf: Es verging kein 8. März, an dem der damalige IG Metall-Sekretär Peter Kürschner nicht vor den Werkstoren beispielsweise der Firma Graetz rote Rosen an die Arbeiterinnen verteilt hätte. Das immerhin wollen einige Frauen aus der IG Metall heute vormittag auf dem Wochenmarkt auch tun.

Anette Wesemann, heutige Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus, kann sich das zunehmende Desinterese am Frauentag nicht recht erklären – Frauenthemen wie „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ seien nach wie aktuell, sagt sie. „Aber wenn man die Mädchen von heute fragt, dann fühlen die sich gleichberechtigt“.

Wesemann verweist darauf, dass in der Burgstadt die „Frauenwerkstatt Geschichte“ noch sehr rege sei und sich bemühe, die Lebenwege wichtiger Altenaerinnen zu erforschen. Die Arbeit sei so weit gediehen, dass jetzt eine Veröffentlichung bevorstehe – „eigentlich wollten wir das Buch am 8. März vorstellen, aber das hat leider nicht geklappt“.

So bleibt es denn bei der CDU-Veranstaltung als einzigem Termin zum Internationalen Frauentag: Heute um 19 Uhr spricht Ingrid Friebe vom Club Soroptimist Lüdenscheid in der Burg Holtzbrinck über „Frauen, die bewegen, Frauen, die Spuren hinterlassen“.

von Thomas Bender

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