Familienstreit endet vor Gericht: Gaskessel als Auslöser

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Altena/Menden – Wegen zwei Gaskesseln liegt sich eine Familie derart in den Haaren, dass sie sich nun im Amtsgericht wiedertrafen. 

Nachdem eine Frau ihr Elternhaus in Altena gekauft hatte, ließ sie ihre Mutter, ihre Schwester und ihren Bruder darin wohnen. Nun trafen sich die Parteien im Amtsgericht Menden wieder. Die Hauseigentümerin auf der Anklagebank, ihre Geschwister als Zeugen. Die Staatsanwaltschaft warf der 61-Jährigen falsche Verdächtigung vor. 

Sie soll ihren Bruder zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt haben. Die Angeklagte hatte Anfang Februar vergangenen Jahres Anzeige gegen ihren Bruder erstattet. Sie hegte den Verdacht, dass er nach seinem Auszug aus dem Altenaer Haus zwei Gaskessel im Gesamtwert von etwa 10 000 Euro abmontiert und damit einen Diebstahl begangen hatte. 

„Ich hatte keine Kenntnis davon, dass sie ausgebaut wurden. Mein Bruder hat mir nichts gesagt“, erklärte die 61-Jährige im Gericht. Ihr Bruder habe in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt und nach seinem Auszug durch die Mutter weiterhin Zutritt zum Haus gehabt. 

Als sie im Februar vergangenen Jahres in den Keller gegangen sei, habe sie festgestellt, dass die beiden Kessel fehlten. Sie habe auf Anraten ihres Anwalts Anzeige wegen Diebstahls erstattet, da der Ausbau ohne ihr Wissen passiert war.

Der Bruder lieferte im Gericht eine fragwürdige Aussage ab. Seine Angaben blieben unpräzise und nicht eindeutig. Er erklärte, die Angeklagte habe auf jeden Fall vom Ausbau der Kessel gewusst. Sie sei sogar bei deren Entsorgung dabei gewesen. 

Als die Richterin in diesem Punkt nachhakte, wurden die Angaben sehr „schwammig“, wie die Vorsitzende feststellte. Die Schwester, die ebenfalls im Haus der Angeklagten zur Miete gewohnt hatte, verstrickte sich in Widersprüchen. Mal habe sie nichts von einem Gespräch zwischen ihren Geschwistern bezüglich eines Kesselausbaus gewusst. Dann habe ihr ihr Bruder doch davon erzählt. Auch hier wartete das Gericht vergeblich auf Klärung. 

Am Ende waren sich die Prozessbeteiligten einig, dass es sich um eine klassische Aussage-gegen-Aussage-Situation handelt. Die nicht vorbestrafte Angeklagte wurde freigesprochen.

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