Familienminister und Spitzenverbände einigen sich auf bessere Finanzierung

Positive Resonanz auf Kita-Pläne

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Viel im Grünen unterwegs sind die Junioren vom Waldkindergarten in Wiblingwerde. Ein ähnliches Angebot soll – wenn alles klappt - schon in diesem Sommer am Knerling ins Leben gerufen werden.  

Altena – NRW-Familienminister Dr. Joachim Stamp und die drei kommunalen Spitzenverbände in Nordrhein-Westfalen haben sich darüber verständigt, die Qualität der Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen zu verbessern. Eine Vereinbarung dazu wurde in Düsseldorf unterzeichnet. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, lobt Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein den Kurs.

Der Vorsitzende des Städtetages NRW, Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, sowie die Präsidenten des Landkreistages NRW, Landrat Thomas Hendele, und des Städte- und Gemeindebundes NRW, Bürgermeister Roland Schäfer, teilen mit: „Es gab jahrelang ein strukturelles finanzielles Defizit in der Kinderbetreuung in Nordrhein-Westfalen. Viele Kindergartenträger mussten dadurch mit Finanzierungslücken kämpfen, die sich vor allem auf die Personalausstattung ausgewirkt haben.“ Mit zusätzlich 750 Millionen Euro werde nun die Grundlage geschaffen, um die Finanzierung der Kinderbetreuung für die Zukunft stabil zu machen. Damit würden alle Träger in die Lage versetzt, die Qualität in der Kinderbetreuung tatsächlich zu verbessern. Für das Kindergartenjahr 2020/2021 werden zusätzliche 750 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, davon die Hälfte, also 375 Millionen Euro, von den Kommunen. Damit erreicht das Gesamtvolumen der Finanzierung der Kinderbetreuung etwa 6,8 Milliarden Euro. Dass das zweite Kindergartenjahr nach den Plänen kostenfrei gestellt werden soll, begrüßt der Altenaer Verwaltungschef ausdrücklich. „Das wird es vielen Eltern leichter machen.“ Insgesamt werde „deutlich mehr Geld ins System gegeben“, was gut und richtig sei. Allerdings, so Hollstein weiter, gebe es noch keine klaren Eckpunkte. Dass die Eltern durch das zweite beitragsfreie Jahr unterstützt werden, sei erfreulich, heißt es auch in einer Stellungnahme des Kita-Zweckverbandes im Bistum Essen. Allerdings bleibe abzuwarten, inwieweit die Träger tatsächlich entlastet werden. In den vergangenen Jahren hatten das Land NRW und die Kommunen die Kindergärten durch aufeinanderfolgende Rettungspakete über Wasser gehalten. Durch eine nun vorgesehene Dynamisierungsklausel werde sich künftig die Kindergartenfinanzierung entsprechend der allgemeinen Kostensteigerungen entwickeln, betonen die Spitzenverbände. So werde sichergestellt, dass in den kommenden Jahren nicht erneut eine Finanzierungslücke auftritt. Die Verbände gehen davon aus, dass die Novelle in diesem Jahr vom Landtag verabschiedet wird, um dann ab dem 1. August 2020 in Kraft zu treten. „Altena braucht Kindergartenplätze“, weiß Inge Harneid, Leiterin der Einrichtungen am Knerling und am Drescheider Berg. Für die Kita am Knerling gibt es zum Beispiel konkrete Pläne zur Einrichtung einer Waldgruppe. Sie soll 20 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren Platz bieten. „Noch sind ein paar Hürden zu meistern, aber wir gehen davon aus, dass das klappt“, ist Inge Harneid zuversichtlich. Läuft alles nach Plan, soll es zum 1. August losgehen. Das Konzept sei in Arbeit und vielversprechend. Anmeldungen können zwar noch nicht angenommen werden, „aber man kann Interesse bekunden“, so Harneid.

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