Familie Thomas aus Evingsen macht im Garten eine seltsame Entdeckung

Fledermäuse im Bierglas

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Die Fledermäuse im Bierglas – warum sie dort hinein gelangten, können sich Wissenschaftler nicht erklären.

Altena - Libellen haben Friedrich-Wilhelm und Irmgard Thomas öfter in der Wohnung – kein Wunder, befindet sich doch hinterm Haus ein schöner Teich. Die Geräusche, die sie jetzt immer mal wieder hörten, konnten sie sich allerdings zunächst nicht erklären. Dann schauten sie genauer nach und fanden in zwei Bierhumpen, die als Deko im Wintergarten stehen, knapp ein halbes Dutzend Fledermäuse.

Angst hatten die beiden Evingser nicht vor den neuen Mitbewohnern – sie sind sehr naturverbunden, haben sogar eine Fledermaus-Nisthöhle an ihrem Haus angebracht. Bis gestern glaubten sie, die Bierhumpenbewohner seien ebenfalls Junge – aber das sei falsch, erklärte ihnen Otto Schäfer von der Fledermaus-Hotline des Naturschutzbund Deutschland. Es komme immer mal wieder vor, dass Fledermäuse in Hohlräume gerieten, aus denen sie dann nicht mehr herauskämen. Warum das so sei, sei wissenschaftlich noch nicht erforscht. Klar sei, dass die Tiere in dieser Situation Hilfe bräuchten. Deshalb erklärte Otto Schäfer dem Ehepaar Thomas im Detail, wie die Fledermäuse gerettet werden können. Fledermäuse beobachten die beiden immer wieder mal, wenn sie abends in ihren Traumgarten an der Ihmerter Straße sitzen.

Friedrich-Wilhelm und Irmgard Thomas sind sehr naturverbunden. Hinterm Haus bewirtschaften sie einen großen Garten.

 In dem ist die Welt noch in Ordnung, die beiden achten sehr auf ihre Umwelt. Letztens erst haben sie eine Wildblumenwiese angelegt. In der blühte es so üppig, dass „wir Schmetterlinge hatten wie nie zuvor“, berichtet Irmgard Thomas stolz. Sogar einen Schwalbenschwanz haben sie dort gesichtet. Mit bis zu acht Zentimetern Spannweite ist der flugstarke und wanderfreudige Falter einer der größten Schmetterlinge in Mitteleuropa. Lange galt er als akut gefährdet, inzwischen erholen sich die Bestände wieder. Im Sauerland ist er aber immer noch sehr selten anzutreffen. Bauerngarten – diese Bezeichnung trifft am ehesten auf das Grundstück der Familie Thomas zu. Man erkennt ihn an Kühen, die dort stehen – die sind zwar nicht echt, wohl aber Gänse und Hühner, die in nicht immer ganz friedlicher Koexistenz auf der Wiese scharren. Daneben gibt es einen kleinen Nutzgarten, dem die langanhaltende Trockenheit nicht viel ausgemacht hat. „Die Bohnen stehen gut“, berichtet Irmgard Thomas. Auch die Kartoffelernte verspricht reichhaltig zu werden. Apropos Bauerngarten: Die beiden alten Trecker, die nebst einem liebevoll ausgebauten Bauwagen im Carport stehen, werden nicht zur Bewirtschaftung des Grundstücks gebraucht. Ausflüge damit sind nach dem Garten ein zweites großes Hobby der beiden.

Info: Der Nabu hilft mit einer Hotline 

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat sich den Schutz der Fledermäuse auf seine Fahnen geschrieben und deshalb eine „Fledermaus-Hotline“ eingerichtet. Sie ist unter Tel. 030-284984-5000 zu erreichen und wird vom Ehrenamtlern betreut, die über ganz Deutschland verteilt sind. Auf der Nabu-Homepage www.nabu.de findet man unter dem Menüpunkt Säugetiere nähere Informationen zu diesem Angebot und zu Fledermäusen insgesamt.

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