81-jährige Dahlerin überließ Betrügern Schmuck und Geld

Falsche Polizisten: Zweites Opfer binnen 40 Stunden - diesmal war's besonders tragisch

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Falsche Polizisten haben zwei Seniorinnen in Altena um viel Geld gebracht.

Altena - Schon wieder haben falsche Polizeibeamten abkassiert: Eine 81-jährige Dahlerin überließ den Betrügern Schmuck und Geld. Der zweite Fall innerhalb von eineinhalb Tagen.

Die Frau aus Dahle hat am Dienstag ihr Geld von der Bank abgehoben und es in einer Kassette zusammen mit Schmuck an der Wohnungstür einem angeblichen Polizeibeamten übergeben. 

Besonders tragisch ist, dass die Frau zuvor bereits Kontakt zu der echten Polizei hatte - und trotzdem auf die Betrüger hereingefallen ist. Zum zweiten Mal innerhalb von 40 Stunden waren die Betrüger in Altena damit erfolgreich.

"Wir erleben gerade wieder eine massive Welle von Betrugs-Anrufen. Täglich nimmt die Polizei im Märkischen Kreis Anzeigen in zweistelliger Zahl auf, weil Betrüger sich am Telefon als Kommissare ausgeben und vor angeblichen Verbrechern warnen", teilte die Kreispolizeibehörde mit.

Dreist: Betrüger warnt vor Betrüger

So war es am Montag auch bei der 81-jährigen Dahlerin: "Es sind Betrüger unterwegs", warnte der Betrüger selbst am Telefon. Die Frau reagierte richtig und informierte die echte Polizei über den Anruf. 

Eine Streife der Altenaer Polizei mit uniformierten Beamten nahm die Anzeige noch am späten Abend vor Ort auf und gab der Frau  Verhaltenstipps. Als sich einen Tag später wieder angeblich ein Polizeibeamter bei ihr am Telefon meldete, glaubte die 81-Jährige an Ermittlungen in ihrem Fall.

"Der Fake-Polizist tat allerdings etwas, das die echte Polizei nie tun würde: Er bot ihr an, ihre Wertsachen über Nacht in sichere Verwahrung zu nehmen", erläutert die Polizei.  

Darauf ging die Frau zur Bank und holte ihr Vermögen ab. Etwa 20-mal meldete sich der Betrüger bei der Frau, erteilte ihr  Anweisungen, stellte Fragen. Sie sollte alle ihre Wertsachen vor die Wohnungstür legen. Ein ziviler Polizeibeamter werde alles abholen. 

Code vereinbart

Die Frau reagierte misstrauisch. Sie wolle den Boten sehen. Am Telefon wurde ein "Code" als Erkennungszeichen vereinbart. Der Bote holte kurz nach 18 Uhr Geld, Schmuck und persönliche Papiere ab und verschwand. 

Zehn Minuten später überkamen die Frau doch Zweifel und sie alarmierte erneut die echte Polizei. Die leitete umgehend eine Fahndung  in der Umgebung ein - ohne Erfolg.

"Die Polizei kann nur immer und immer wieder warnen: Die echte Polizei nimmt keine Wertsachen in Verwahrung. Völlig widersinnig ist es, Bargeld von der Bank abzuheben", appelliert die Kreispolizeibehörde.

Die Tipps:

  • Lassen Sie sich erst gar nicht auf Anrufe angeblicher Polizeibeamter ein! Die Betrüger gehen derart geschickt vor und setzten ihre Opfer unter massiven Druck, dem nur wenige widerstehen können. Der Rat: Hörer sofort auflegen.
  • Wer ganz sicher gehen will, dass der vorherige Anruf definitiv beendet wurde, sollte durchatmen, leise bis fünf zählen und erst dann die 110 anwählen.
  • Sprechen Sie mit Nachbarn oder Verwandten über die Betrugsmasche.
  • Wer ältere Menschen im Verwandten- oder Bekanntenkreis hat, der sollte seine Angehörigen immer wieder vor der Betrugsmasche warnen

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