Unverständnis für aktuelle Fahrstunden-Regeln

Betrieb rollt wieder an

Fahrstunden sind wieder möglich – allerdings nur für berufsbedingte Ausbildungen und Schüler, die vor dem Lockdown schon mindestens die Hälfte der Sonderfahrten absolviert hatten.
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Fahrstunden sind wieder möglich – allerdings nur für berufsbedingte Ausbildungen und Schüler, die vor dem Lockdown schon mindestens die Hälfte der Sonderfahrten absolviert hatten.

Endlich sind die Fahrschulautos von Patrick Persicke wieder unterwegs, dürfen die Fahrschüler ihre Ausbildung fortsetzen. Doch die Regelung gilt nicht für alle und sorgt für viel Kopfschütteln.

Altena – „Seit Mitte Januar dürfen wir eingeschränkt wieder Unterricht anbieten“, freut sich Patrick Persicke nun. Eingeschränkter Betrieb bedeutet in der Fahrschule, dass berufsbedingte Fahrausbildungen wieder stattfinden dürfen. Dazu zählen solche für Berufskraftfahrer, Busfahrer oder auch Mitarbeiter von Unternehmen, für die Mobilität enorm wichtig ist. Zum Teil müssen jedoch extra Anträge gestellt werden. „Aus dieser Gruppe haben wir keine Fahrschüler“, berichtet Persicke.

„Nicht greifbar“

Die zweite Gruppe, die wieder Fahrstunden nehmen darf, sind Schüler, die vor dem jüngsten Lockdown schon mindestens die Hälfte der Sonderfahrten absolviert hatten. Zu diesen zählen Autobahn-, Überland- und Nachtfahrten. Patrick Persicke freut sich zwar darüber, dass diese Gruppe nun wieder durchstarten und die Fahrausbildung zu Ende bringen darf, so richtig nachvollziehen kann er die Regelung aber nicht. „Es ist nicht greifbar, warum die Regelung so ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schüler mit 50 Prozent Sonderfahrten Corona hat, ist ja nicht geringer als bei einem Schüler mit weniger als 50 Prozent Sonderfahrten“, gibt Persicke zu bedenken.

In seiner Fahrschule freuen sich über die Neuregelung 18 Schüler. Prüfungen beim Tüv sind für diese Gruppe inzwischen ebenfalls wieder möglich. Dagegen müssen jene, die mit ihren praktischen Fahrstunden noch nicht so weit waren, weiter warten.

Erste Prüfung hat schon stattgefunden

Persicke geht davon aus, dass es nicht lange dauern wird, bis die 18 Schüler zur Prüfung antreten können. Pro Monat bringen er und sein Mitarbeiter durchschnittlich fünf Schüler durch die Prüfung, sagt der Fahrschulinhaber. Die erste Prüfung nach dem Lockdown hat recht kurzfristig bereits am 22. Januar stattgefunden. Der Fahrschul-Inhaber selbst gibt derzeit kaum Unterrichtsstunden, sondern nimmt an einer Online-Fortbildung für Motorradausbildungen teil. Um das aktive Geschäft kümmert sich daher vor allem sein Mitarbeiter.

Online-Unterricht

Persicke nimmt aber nicht nur an Online-Schulungen teil: Er baut sich auch selbst ein System auf, mit dem er Online-Unterricht anbieten kann. Anfangs war der Fahrlehrer von dieser Art der Theorieschulungen nicht unbedingt angetan. Das Angebot sei sehr kostspielig. Nun laufen dennoch die Vorbereitungen.

Konkurrenzdruck

Grund für den Umschwung war der Konkurrenzdruck, berichtet Persicke. Er hatte von einigen anderen Fahrschulen gehört, die gerade ebenfalls dabei sind, ein Online-Angebot zu schaffen. Aber auch die Ungewissheit ist für ihn ein starkes Argument. Schließlich sei nicht klar, wann und wie die coronabedingten Einschränkungen ein Ende nehmen und ob sie im nächsten Herbst vielleicht sogar wiederkehren. Die Zusammenstellung der technischen Mittel sei zeitaufwendig und nervenraubend, berichtet Persicke. Immer wieder fehlen Kleinteile wie Adapter, wenn er gerade denkt, er sei auf der Zielgeraden.

Aber „wenn jetzt alles gut läuft, können wir noch diese Woche mit den Online-Unterrichten starten“. Dabei soll dann genau nachgehalten werden, wer teilnimmt. Aus dem Grund gelten sie auch als vollwertiger Ersatz für die normalen Veranstaltungen in den Räumen der Fahrschule. Zuletzt stand noch eine Genehmigung des Straßenverkehrsamtes aus, das für das neue Angebot seinen Segen geben sollte, vorerst wahrscheinlich befristet bis zum 31. März.

Wer alle Theorieunterrichte absolviert hat, der darf im Anschluss auch wieder Prüfungen beim Tüv ablegen. Das gilt für alle Fahrschüler. Und das hält Persicke auch für richtig: „Entweder alle oder keiner.“

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