"Vorbildlich und einzigartig!"

Fahrer 60plus: MSC schließt bundesweit klaffende Marktlücke

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Nachlassendes Sehvermögen muss kein Hinderungsgrund fürs Fahren sein. Sehtests bietet die Verkehrswacht regelmäßig an. Die Polizei - hier Peter Griwalski - hilft gerne.

Altena - Die ersten Teilnehmer der Aktion Fahrer 60plus stehen bereits eine Vierteltunde vor Veranstaltungsbeginn am Pragpaul und das Interesse am Test der eigenen Fahrfähigkeiten reißt auch in den Nachmittagsstunden nicht ab. Der Motorsportclub hat damit eine echte Marktlücke geschlossen. „So ein tolles Rundumpaket gibt es nur in Altena“, lobt selbst der ADAC-Hauptamtliche Michael Pomplun vom Technischen Prüfzentrum in Dortmund.

Lothar Philipps von der Verkehrsprävention der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis weiß auch warum: „Nicht die Senioren sind schuld, wenn ein Unfall passiert, sondern die Alterserscheinungen, die ihnen gar nicht bewusst sind.“

Im Parcours des MSC kann allem auf den Grund gegangen werden, ohne dass die Fahrer von ihren fachkundigen Beifahrern mit erhobenem Zeigefinger belehrt werden. „Es gibt heute doch viele Möglichkeiten, die sichere Teilnahme am Straßenverkehr deutlich zu verlängern“, weiß Peter Griwalski, der wie Lothar Philipps ausschließlich der Unfallvermeidung dient. Assistenzsysteme sind nur ein kleiner Teil davon.

„Warum nicht mal das eigenene Fahrverhalten überdenken? Man muss seine Einkaufstour nicht im Feierabendverkehr machen, wenn der Supermarktparkplatz total überfüllt ist. Und Ehepaare können sich beim Fahren abwechseln, so dass beide Partner gleich viel Fahrpraxis behalten im Alter.“ 

Alles in Ordnung bei Teilnehmerin Helga Schmidt.

Nachlassende Sehfähigkeit - im Parcours zu testen bei der Verkehrswacht - kann durch Sehhilfen gut ausgeglichen werden. Fällt der Bremsreaktionstest nicht so gut aus, kann ein Notfallbremssystem genutzt werden. 

„Aber ich bremse die Nutzer darin, das auf allen Stufen auszutesten“, erklärt Michael Pomplun, der erstmals als ADAC-Hauptamtlicher bei der Aktion 60plus zu Gast ist. Der Leiter des Technischen Prüfzentrums Dortmund berät in Sachen Fahrassistenz. „Die ist super, aber sie funktioniert nur, wenn Fahrer mit der Technik gut umgehen können.“ 

Das weiß auch Verkehrswachtsvorsitzender Dieter Richter, der Filmmaterial zu diversen Technikneuerungen mitgebracht hat. „Wer selbst gar nicht mehr einparken will, der muss das gar nicht“, erklärt er. Allerdings entbinden solche Systeme Fahrer nicht von ihren Pflichten: Aufmerksam sein, Situationen einschätzen, schnell reagieren. 

Viele Teilnehmer schließen den Parcours glücklich ab. „Es geht noch gut!“ freut sich Helga Schmidt, die sich seit Jahren selbst beim MSC auf den Prüfstand stellt. „Ich will reagieren können, wenn ich nicht mehr sicher fahre. Mir und anderen zuliebe.“

Auch Margot Köhn zeigt sich sehr angetan. Sie lässt sich nochmal explizit zeigen, wie sie mit hohem Auto beim Parken jenen ganz niedrigen Hindernissen aus dem Weg gehen kann, die sehr schlecht zu sehen sind. Eine Problematik, mit der längst nicht nur 60plus-Fahrer zu kämpfen haben...

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