Fahndungshilfe kostet die Polizei oft Gebühren

Fahndungs-Fotos von Betrügern, die an Geldautomaten aktiv waren, lassen sich Banken von der Polizei oft gezahlen.

ALTENA - Es ist eine Aussage von Mario Schröer, über die man sich wundern kann. Der Vorsitzende Polizeigewerkschaft GdP im Märkischen Kreis kritisiert, dass die Polizei dafür bezahlen muss, „dass sie ihre Ermittlungsarbeit tun kann“.

Auslöser des Ärgers sind Fotos von gesuchten EC-Karten-Betrügern, die an den Bankautomaten geschossen werden. Sollen diese zur Fahndung nach einem Betrüger veröffentlicht werden – was erst auf richterlichen Beschluss möglich ist – lassen sie die Banken je nach Fall ihre „Fahndungshilfe“ honorieren. Nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski schwanken die Preise dabei zwischen 15 und 66 Euro.

Wie stellen sich da die beiden größeren der Altenaer Kreditinstitute auf, die Sparkasse und die Volksbank? „Wir berechnen nichts“, sagt Tomislav Majic für die Sparkasse im Märkischen Kreis. Das gelte zumindest dann, wenn Konten eigener Kunden von einem Karten-Betrug betroffen sind. Wird aber an einem Sparkassen-Automaten die Karte einer anderen Bank verwendet, lässt sich die Sparkasse den Suchaufwand nach dem richtigen Foto mit 18 Euro entlohnen. Diese Summe werde im Übrigen der Staatsanwaltschaft in Rechnung gestellt. Der Sparkassen-Sprecher berichtet von etwa 130 Anfragen pro Jahr.

Auch bei der Volksbank im Märkischen Kreis hilft man den Fahndern ohne eine finanzielle Gegenleistung. „Wir verlangen keine Gebühren“, sagt Pressesprecherin Lavinia Heße. Allerdings, darauf weist man auch bei der Volksbank hin: „Der Suchaufwand ist schon erheblich.“ Jährlich gebe es etwa 25 Fälle.

Polizeisprecher Dietmar Boronowski weiß, warum zwischen dem Delikt und der Veröffentlichung manchmal ungewöhnlich viel Zeit vergeht: „Bis es zu einer Öffentlichkeitsfahndung kommt, müssen zuerst alle anderen Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden“. Das brauche eben seine Zeit.

von Thomas Keim

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