Fäkalien im Garten: Hausbesitzern stinkt's

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Bauhof-Einsatz im Garten: Mitarbeiter waren auf dem Grundstück von Ute Marie Lams im Einsatz. Dabei stellte sich heraus, dass es immer noch eine Verstopfung gab.  

Altena – Den Hausbesitzer  stinkt's, dass der heftige Regen am Sonntag Fäkalien in ihren Garten gespült hat. Zumal es nun auch noch Ärger um die Reinigung gibt.

Üble Geschichte am unteren Hegenscheider Weg: In einem hinter den Häusern verlaufenden Abwasserkanal wurde der Wasserdruck bei dem Gewitter am Sonntagnachmittag so groß, dass der Deckel eines Revisionsschachtes angehoben wurde. Anschließend ergoss sich eine Welle von Fäkalien in den Garten von Ute Marie Lams. „Ich wohne hier seit 35 Jahren, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt die Rentnerin. 

Ihre Nachbarin Angelika Schöllhammer war zwar schon von einem ähnlichen Ereignis betroffen. Damals kam das Wasser aber aus dem Bach. Viel Schlamm und Geröll lag damals auf den Grundstücken. 

Da sieht jetzt ganz anders und noch viel übler aus. Klopapier, Tampons: In den Beeten hinter dem Haus Hegenscheider Weg 8 liegen Dinge, die man lieber nicht im Garten haben möchte. 

Die Feuerwehr hat zwar am Sonntag den gröbsten Dreck beseitigt, vor allem Angelika Schöllhammer ist mit deren Arbeit aber weniger zufrieden: „Mein Schwiegersohn musste unsere Hauswand selber mit dem Hochdruckreiniger abspritzen.“ 

Ute Marie Lams fragt sich, wie es jetzt in ihrem Garten weitergehen soll: „Ich mache das jedenfalls nicht weg“, sagt sie. Schließlich sei sie für das Malheur ja nicht verantwortlich. 

Das Abwasserwerk auch nicht. Das stellte dessen Techniker Jörg Michutta gestern klar. Bei den hinter den Häusern liegenden Rohren handele es sich um einen privaten Sammelkanal, das Abwasserwerk verfüge über keinerlei Unterlagen darüber. „Wir wissen im Moment nicht, wer den Kanal wann gebaut hat, wer daran angeschlossen ist und wohin er führt“, sagte er. 

Der „offizielle“ Kanal liegt auch am unteren Hegenscheider Weg in der Straße, also vor den Häusern. Eine geregelte Abwasserbeseitigung sei Pflichtaufgabe der Stadt, also müsse und werde sich das Abwasserwerk auch dieses Problems annehmen, sagte Michutta, der sich am Nachmittag selbst ein Bild von dem Dilemma vor Ort machte. 

Sein Plan ist eine TV-Untersuchung des Kanals, die allerdings nicht das Abwasserwerk bezahlen will. Michuttta: „Die Kosten dafür müssen die Betroffenen tragen.“ Das sind für ihn alle, die an den Kanal angeschlossen sind. Nach dieser Untersuchung werde er die Anwohner zu einem Gespräch einladen und mit ihnen darüber diskutieren, wie es weitergehen kann, kündigte der Ingenieur an. 

Dass es bisher offenbar keinerlei schriftliche Vereinbarung über den Privatkanal gebe, hält er für „nicht gut“. Üblich sei in einem solchen Fall, dass ein sogenannter „Gestattungs- und Unterhaltungsvertrag“ abgeschlossen werde. In dem könne auch festgelegt werden, wie Kosten umgelegt werden, wenn Schäden an der Abwasserleitung auftreten. 

Michutta kann bei dem, was jetzt kommt, auf Erfahrungen aus einem ähnlich gelagerten Fall zurückgreifen: „So ein Problem hatten wir letztens an der Gartenstraße schon einmal.

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