Fachfirma ist in Altena Kanalbrüchen mit der Kamera auf der Spur

von Johannes Bonnekoh - ALTENA - „Das ist fast so wie Fernseh gucken“, scherzt Hannis Niel und lässt den Blick nicht von seinen Bildschirmen weichen. Gemeinsam mit Jan Breuer ist der Fachmann der Firma Lönne-Entsorgung aus Lippstadt zur Zeit dabei, das Kanalnetz der Stadt Altena „auf Herz und Nieren zu prüfen.“

Nach einer entsprechenden Ausschreibung erhielt das Unternehmen den Zuschlag und nimmt sich jetzt per Spezial-Kamera „jeden Zentimeter des Kanalnetzes vor. Eines kann ich nach rund zwei Wochen Arbeit schon sagen: Die Kanäle hier in Altena sind sehr gepflegt. Da muss man den Verantwortlichen der Stadt schon ein Kompliment machen“, sagt Hannis Niel.

Mit einer Scanbild-Kamera, dem Panorama-Modell der Firma Ibax, fährt er buchstäblich durch jede Röhre und leitet die Bilder in einen Übertragungswagen. „Hier kommen sie nicht nur auf den Monitoren an, sie werden auch digital gespeichert, damit wir später sofort sehen können, wo ein Kanal schadhaft ist“, erzählt Niel.

Ob Hauptsammler oder kleinere Nebenkanäle, „alles wird untersucht. Das geschieht turnusmäßig, in der Regel, „alle zehn Jahre, ich wiederhole noch mal, hier macht alles aber einen sehr guten Eindruck.“

Findet das Fachteam von Lönne dann doch einmal Bruchstellen, entscheiden die Fachleute im Rathaus später, wie hier vorgegangen wird. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Undichtigkeiten zu beseitigen. Die letzte davon ist im Grunde, den Kanal aufzumachen“, sagt Niel.

Obwohl Altena die Stadt am Wasser ist, läuft kaum eine Ratte durchs Bild. „Das ist nur dort, wo die Bürger ihre Essensreste in die Toilette werfen. Ich kann nur sagen, im Ruhrgebiet, ganz besonders in Köln, schlimm, ganz schlimm. Hier habe ich so gut wie keinen der Nager gesehen. Auch das ist als Kompliment zu verstehen“, meint Niel.

Wann die zig Kilometer Kanalnetz mit der Kamera abgefahren und untersucht worden sind, ist nicht auf den Tag genau zu sagen. „Wir gehen mal davon aus, dass wir noch rund sechs Wochen am Ort zu tun haben werden. Dann sind wir durch!“

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