Extreme Arbeitsplätze: ganz heiß oder eiskalt

Metzgermeister Ulrich Hücking: „Man härtet ab.“

ALTENA - Beide trennen „Temperaturwelten“, wenn sie an ihrem Arbeitsplatz wirken. Bäcker- und Konditormeister Rainer Merz trägt „grundsätzlich T-Shirt“ in der Backstube – Fleischermeister Ulrich Hücking dagegen „auch schon mal Thermowäsche.“

Zur Zeit sei das Arbeiten in seiner Backstube „schon eine Wohltat“, sagt Rainer Merz. Bei lausigen Minusgraden im zweistelligen Celsius-Bereich muss er sich bei geschätzter Arbeitstemperatur von „etwa 25 Grad Celsius nicht noch groß warm arbeiten.“ Allerdings: Wenn er seine Backstube verlässt, sind Mütze, Schal und dicke Jacke obligatorisch. „Sonst verkühlt man sich ganz leicht. Ja, ich möchte sagen, wir sind schon erkältungsanfällig“, sagt der Handwerksmeister.

Im Sommer läuft ihm und seinem Team der Schweiß in Strömen vom Körper – „da will niemand tauschen“ – jetzt dagegen, jetzt könne man es gut aushalten. Auch wenn natürlich der Gasbackofen gut isoliert sei und nur beim Ein- und Auspacken Wärme in die Backstube entweiche.

Last mit den Minustemperaturen dieser Tage hat Fleischermeister Ulrich Hücking nicht. „Ich bin das gewöhnt“, sagt der Burgstädter, der 1967 seine Meisterprüfung ablegte. „Wenn wir uns zur Zeit aufwärmen wollen, gehen wir ins Kühlhaus“, frotzelt er, denn hier herrschten immer konstant vier Grad Celsius. Das kühle das Fleisch, es sei gut zu verarbeiten und hygienisch sicher verwahrt. Und doch: Manchmal trägt auch Hücking oder sein Team Thermowäsche. „Wenn die Füße kalt werden, dann wird man krank. Da muss man gegen steuern.“ Denn Metzgereien sind nun einmal Sommer wie Winter kühl. Hücking ließ eine Fußbodenheizung hinter der Theke einbauen. „Das hilft uns schon.“ Ansonsten gelte: „Man wird abgehärtet mit den Jahren.“

von Johannes Bonnekoh

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