Diebstahl, Unfall, Unwetter: Kalf gibt auf

Endstation Krankenhaus: Wegen einer Verletzung am Fuß musste Kalf seine Tour abbrechen.

Altena - 12- bis 15000 Kilometer wollte Jürgen Kalf bei seiner diesjährigen Fahrrad-Tour zurücklegen, doch die Reise nahm ein jähes Ende: Der Altenaer Blumenhändler im Ruhestand geriet in ein schweres Unwetter, wurde bestohlen und verunfallte schließlich, so dass das Abenteuer am vergangenen Wochenende nach 3000 Kilometern im Krankenhaus endete.

Am 25. April 2014 war Jürgen Kalf hoffnungsfroh in Nachrodt-Wiblingwerde gestartet. Seine Route sollte über Mecklenburg, Ostseeradweg, Swinemünde, Danzig, Suwalki, Litauen, Lettland, Estland, Puschkin, St. Petersburg, Karelien, Finnland, Nordkap, Lofoten und Island führen. Die Rückreise hatte er über Norwegen, Rostock und Hamburg geplant. Vor Dezember wollte Jürgen Kalf gar nicht mehr wieder sauerländer Boden betreten - leider kam es anders: „Soviel geballtes Pech und Action wie in diesem Jahr hatte ich bei meinen Reisen noch nie!“ erklärt Kalf. Seit 1997 ist er mit dem Zweirad in der Weltgeschichte unterwegs. Bereist hat er die Länder Bulgarien, Israel, Rumänien, Syrien, Jordanien, Türkei, Ägypten, Marokko, Spanien, Kroatien, Russland, Finnland, Schweden und Dänemark.

Diesmal ereilte ihn bereits nach fünf Tagen im Ostseebad Ahlbeck bei einer Übernachtung auf einem Campingplatz ein Unglück: Ein starkes Gewitter mit Sturm zertrümmerte alle Zeltstangen und Kalf verbrachte durchnässt die kommenden acht Stunden. Das gerade mal vier Wochen junge Zelt musste der Weltenbummler entsorgen, der Ausrüster „Globetrotter“ stellte ihm aber kostenlos ein neues zur Verfügung.

Weiter ging es durch die Städte Danzig und Warschau. Auf dem Weg in die Masuren behinderte ihn ein LKW mit Anhänger, sodass Kalf sich in einen Graben retten musste. Eine Verletzung war auf den ersten Blick nicht festzustellen, doch bereits zwei Tage später schwoll Jürgen Kalfs rechter Fuß so stark an, dass ein Besuch beim Arzt erforderlich wurde. Diagnose: Versensporn, Thrombose und ein Verdacht auf Knochenentzündung. Ein zehntägiger Zwangsurlaub in den Masuren war nötig geworden.

In Vilnius, während einer Untersuchung im Krankenhaus, ereilte Kalf die dritte Panne: Alle Dokumente, das Bargeld, das iPhone und noch einige Habseligkeiten mehr wurden gestohlen. Dem Besuch bei der Polizei folgte ein Termin bei der Deutschen Botschaft. Kalfs Tochter sprang ein und überwies rasch Bargeld. Ihr Vater wollte zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgeben, doch dann schwoll der Fuß so stark an, dass eine Weiterfahrt mit dem neu erworbenen Mountainbike nicht mehr möglich war. Das Gefährt musste zerlegt werden. Mit 80 Kilogramm Gepäck trat Kalf per Flugzeug die Heimreise an. Seine Tochter brachte ihn vom Flughafen Dortmund direkt ins Krankenhaus.

Aufgegeben hat Jürgen Kalf aber nicht: Er will die Reise 2015 noch einmal angehen.

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