Neues Vortragsthema vom Familienzentrum Altena

Bei oft abgelenkten Kindern: Konzentration kann man trainieren

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Hildegard Falterbaum erklärte die kindliche Entwicklung und Wahrnehmung anschaulich.

Altena – Immer wieder abgelenkt - alle Eltern kennen das. Während der Hausaufgaben ist die Verabredung mit dem Freund schon interessanter, beim Frühstück ist der Gedanke an die Lego-Landschaft im Kinderzimmer dominanter als der Bissen vom Butterbrot.

„Alles ganz normal!“ beruhigt Hildegard Falterbaum. Dass Gedanken abschweifen oder ein Projekt voll und ganz fesselt, das kennen schließlich auch Erwachsene. „Kindern helfen Einteilungen beim Erlernen von Konzentration“, erklärte Hildegard Falterbaum den zehn Eltern und Erzieherinnen.

„Wir alle sitzen ja auch hier und konzentrieren uns, weil wir eine ruhige Umgebung haben und weil Interesse am Thema besteht. Kinder brauchen auch ein Umfeld, in dem sie sich auf eine Sache fixieren können.“ 

"Sehr gut, wenn ein Kind verträumt in eine Landschaft blickt"

Eltern können das Anleiten, indem sie ihrem Nachwuchs erklären, dass nun Zeit zum Spielen, zum Frühstücken oder die spannende Erlebniserzählung ist. Sind Kinder in eine Sache vertieft und es besteht kein Termindruck, dann dürfe man sie durchaus in ihrer Konzentration belassen.

„Es ist sogar sehr gut, wenn ein Kind minutenlang verträumt in eine Landschaft blickt, sich beim Lesen einer spannenden Geschichte nicht ablenken lässt oder tief verstrickt ist in die Geschichte, die gerade mit den Puppen nachgespielt wird. Das ist eine gesunde Konzentrationsfähigkeit, die Eltern fördern und unterstützen können“, erklärte Hildegard Falterbaum. 

Einer permanenten Unkonzentriertheit können Eltern und Erzieher auf den Grund gehen: „Manchmal reicht es schon aus, die Sinne untersuchen zu lassen. Braucht das Kind eine Brille oder stimmt etwas mit seiner auditiven Wahrnehmung nicht? Ein Besuch beim Arzt kann Klärung bringen.“ 

Prioritäten klar setzen

Eine psychische Belastung kann ein Kind aber auch in seiner Konzentration stark einschränken: Hat es vor dem Kindergartenbesuch einen schlimmen Streit mitangehört, ist die Aufmerksamkeit im Morgenkreis dahin. „Kinder sind aber auch clever und fühlen sich oft von dem fasziniert, was von Eltern abgewertet wird“, berichtete Hildegard Falterbaum. 

Wenn eine Mutter ständig genervt auf die bunten Plastikspielzeugfiguren reagiere, sei das fürs Kind ein besonderer Anreiz, erst recht damit zu spielen und bewusst die Konzentration darauf zu lenken als auf eine vermeintlich wichtigere Sache. 

Eltern seien aber gefragt, die Prioritäten klar zu setzen. „Wer verantwortlich erzieht, der lässt sein Kind nicht spielen, wenn der ungeliebte Impftermin beim Arzt ansteht. Da ist dann elterliche Konsequenz gefragt. Aber danach kann wieder konzentriert weitergespielt werden.“

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