Evingser Grundschule bis 2016/17 erhalten

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Evingser machten sich Luft in der Burg Holtzbrinck: Sie protestieren mit Plakaten und Worten.

ALTENA - „Stoppt den Bildungsausverkauf! Nicht schließen! Jedes Dorf braucht eine Schule!“ – die roten Protestplakat der Evingser Bürger waren am Dienstagabend in der Burg Holtzbrinck nicht zu übersehen.

„Angekommen“, sagte gleich zur Begrüßung der Bürgerversammlung Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und stellte klar: „Die Verwaltung wird bei der Ratssitzung am kommenden Montag nicht anregen, den Grundschulstandort Evingsen zu schließen. Wir möchten eine externe, flächendeckende Untersuchung aller Grundschulstandorte in der Stadt.“ Und er fügte an, „damit steht eine Entscheidung frühestens 2016/2017 auf der Tagesordnung.“

Mehr als 120 Bürger waren gestern dabei, als Stadtkämmerer Kemper und drei Vertreter der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) die angedachten Einsparmaßnahmen und Steuererhöhungen zur Diskussion stellten. Die Mehrzahl der Anwesenden kam dabei eindeutig aus Evingsen, wie auch die zahlreichen, teils sehr emotionalen Diskussionsbeiträge im Anschluss an eine rund zweistündige Vorstellung durch Stadt und GPA zeigten. Immer wieder wurden dabei die Wortbeiträge aus „dem Dorf“ von Beifall begleitet.

„Das ist hier kein freudestrahlender Moment als Bürgermeister“, sagte Hollstein und fügte an: „Die Verwaltung und ich halten hier den Kopf für die Vergangenheit hin, in der Altena massiv über seine Verhältnisse gelebt hat.“ Seit 1993 bekomme die Stadt die Finanzenden nicht mehr zusammen, müsse Jahr für Jahr allein 2,2 Millionen Euro an Zins- und Tilgungslast „für alte Zeiten“ aufwenden.

Punkt für Punkt gingen sowohl Hollstein als auch Kemper und die GPA-Vertreter die in der Summe rund zwei Millinoen schweren Einsparmaßnahmen durch, die Altena wieder den „Notausgang aus dem Nothaushalt“ wie es Kemper sagte, ab 2021 ermöglichen sollen.

Montag soll der Rat beschließen:

J die Abwassergebühr bis 2021 in zwei Schritten zunächst um 16, in der Endphase, dann um 21 Prozent, zu erhöhen;

J die Gewerbesteuer um zehn Punkte auf neu dann 435 Punkte anzuheben;

J Die Grundsteuer B um 25 Prozent heraufzusetzen.

J Die Hundesteuer auf 84 Euro/pro Ersthund zu erhöhen;

Einher gehen sollen damit deutliche Einsparungen beim Personal von Stadt, Bauhof und Fuhrpark und eine Absenkung der Standards. Gedreht werden soll weiterhin an den Stellschrauben abrechnugnsfähige Sanierung von Straßen (zahlt der Bürger mit), das stufenweise Absenken von Zuschüssen für Musikschule und Stadtbücherei. Hollstein in Richtung auch im Raum stehender Nutzungsgebühren/Betriebskostenzuschüsse für Sportstätten. Da wolle die Verwaltung nicht ran, suche nach Wegen mit dem Stadtsportverband Finanzlücken durch ehrenamtliches Engagement abzufedern. „Unsere Kinder sollen das nicht bezahlen!“

Zurück zu Evingsen und allen anderen Grundschulen: Hollstein hat die Hoffnung, dass auch das neue landesweite Schulmodell der Inklusion der Stadt helfen kann. Hier käme die Förderschule mit ins Boot. „Doch“, so sagte er abschließend, „gegen die Demographie kommt niemand wirklich an.“

Infos: http://www.altena.de

von Johannes Bonnekoh

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