Der Aar ist fertig

Evingser baut Schützenadler in Reserve

Das „Steuber-Gesicht“ des Evinger Schützenaars ist ziemlich einzigartig. Trotzdem guckt jeder Adler ein bisschen anders. Foto: Hornemann

Altena - Der Vorstand des Evingser Schützenvereins staunte nicht schlecht: Gleich drei Adler auf einmal fand er am Freitag in der Werkstatt des Schreiners Gerd Steuber vor. Eigentlich sollte nur der 38. Aar aus diesem Hause begutachtet werden, aber Gerd Steuber hat vorgesorgt...

„Ich bin ja jetzt schon 80 und ich will sicher sein, dass Evingsen auch im Jahr 2020 noch einen Adler von Steuber von der Stange holen kann“, erklärt der Handwerker lachend. Krank ist er nicht und fit fühlt er sich auch noch. „Und am liebsten würde ich bis 2024 noch den Vogel selbst bauen. Und ich hoffe, bis dahin einen Nachfolger so weit angelernt zu haben, dass dieser dann nahtlos weitermachen kann.“ 

Mit dem Reserve-Adler für 2010 stellt Steuber schon mal sicher, 40 Jahre im Dienst des Schützenvereins tätig gewesen zu sein. „Und das noch nie gegen Arbeitslohn“, fügt Gerd Steuber an. 

Das Geheimnis um den dritten Adler in seiner Werkstatt ist auch schnell gelüftet: „Das ist der Vogel des 2010er Schützenkönigs Michael Bussler. Es gehört auch zum Service, dass der zerschossene Adler von mir aufgearbeitet wird und für die Ausstellung der Könige im heimischen Wohnzimmer wieder so schön strahlt, wie am ersten Tag!“

Der Adler ist vom Vorstand des Evingser Schützenvereins gesichtet und für gut befunden worden. 60 Arbeitsstunden stecken in ihm. Schon bald geht es dem Aar an den Kragen

Das Adlerbauen erlernte Gerd Steuber bei seinem Vater Albrecht. „Mit 12 Jahren war ich erstmals dabei, ich sollte das können“, erinnert er sich. Bis 1958 wurde jährlich ein Aar benötigt, danach wurde auf den zweijährigen Festrhythmus umgestellt. Steuber hat kein festes Schema für sein Kunstwerk:

Wie es mir in den Sinn kommt

„Ich mache ihn immer so, wie es mir grade in den Sinn kommt. Manchmal auch mit einer kleinen Überraschung in der Gestaltung, die aber nur ganz aufmerksame Beobachter wahrnehmen.“ Ein solches „Suchbild“ hat Steuber wieder eingebaut in sein 38. Werk. Diesmal steckt das Detail in den Federn. Dem Vorstand hat es gefallen, in diesem Monat kommt der Adler von der Stange.

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