Naturfreunde wagen Neubeginn

Sie wollen das Naturfreundehaus retten: Heiko Haarmann, Volker Jedamzik, Friedrich-Wilhelm Klinke, Mareike Götzinger, Thomas Schmitz, Malte Stocker und Herbert Bahnsen (von links).
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Sie wollen das Naturfreundehaus retten: Heiko Haarmann, Volker Jedamzik, Friedrich-Wilhelm Klinke, Mareike Götzinger, Thomas Schmitz, Malte Stocker und Herbert Bahnsen (von links).

An diesem Verein hängt ein Haus – und deshalb dürfe es nicht sein, dass die Evingser Naturfreunde den Bach runtergehen. Das beschloss Ortsvorsteher Thomas Schmitz, nachdem unsere Zeitung im Januar 2020 darüber berichtete, dass das Naturfreundehaus an der Straße In der Husstadt offensichtlich schon länger leersteht und dass der Vorsitzende Andreas Pfeifer spurlos verschwunden ist – weil er es sich mit den anderen Mitgliedern verscherzt hatte, stand er zum Schluss alleine da.

Altena – Evingsen brauche das Naturfreundehaus mit seinen 34 Betten, meinte Schmitz und nahm Kontakt zum Landesverband und zu Ehemaligen des Vereins auf – allen voran zu Herbert Bahnsen. Der war Vorgänger von Pfeifer und lange Jahre Hauswart.

Bahnsen nahm Kontakt zu anderen ehemaligen Naturfreunden auf, inzwischen hat sich die Ortsgruppe mit 15 Mitgliedern neu aufgestellt. Vorsitzender ist Bahnsen, sein Stellvertreter heißt Volker Jedamzik. Erklärtes Ziel ist es, das Haus schnellstmöglich in einen Zustand zu versetzen, der Vermietungen wieder zulässt.

Unterstützung notwendig

Bahnsen und seine noch wenigen Mitstreiter können das alleine nicht schaffen und sind froh, dass sie vielfältige Unterstützung erfahren. Eine befreundete Dortmunder Ortsgruppe sorgte mit einem Darlehn für eine Anschubfinanzierung, auch der Landesverband schaltete sich ein. Mindestens ebenso wichtig ist die Solidarität der anderen Evingser Vereine. Dass insbesondere die Schützen und der Heimatverein ein Interesse am Erhalt des Naturfreundehauses hätten, macht Friedrich-Wilhelm Klinke deutlich: Wenn in Evingsen Schützenfest sei, werde das Haus gerne gebucht, zum Beispiel von den Musikern aus Norwegen oder von den Bedienungen im Festzelt. Die Drahtrollenroute des Heimatvereins beginnt praktisch direkt am Haus, auch sie würde also davon profitieren, wenn im Naturfreundehaus wieder Touristen übernachten würden.

Es handelt sich um ein Selbstversorgerhaus – die Gäste müssen sich ihre Mahlzeiten also in der gut ausgestatteten Küche selber zubereiten. Dafür werden sie mit günstigen Übernachtungspreisen belohnt: 9,50 Euro pro Person kostete zuletzt die Übernachtung. Vor allem Schulklassen hätten die Unterkunft gerne gebucht, erinnert sich Bahnsen an die guten Zeiten – „wir waren eigentlich immer gut gebucht“:

Es ist schon einiges passiert in dem im Kern knapp 100 Jahre alten Haus: Bahnsen und Jedamzik haben zuerst einmal entrümpelt, dann wurden Jalousien repariert, Bäume gefällt und die Heizung wieder instand gesetzt. Als Nächstes soll eine professionelle Grundreinigung erfolgen, auch auf dem Außengelände muss erkennbar einiges passieren.

Lob für Evingsen

Voll des Lobes über die Evingser Initiative sind Heiko Haarmann, Mareike Götzinger und Malte Stocker vom Landesverband der Naturfreunde, die ebenfalls Unterstützung zusicherten, beispielsweise durch die Naturfreundejugend. Die veranstaltet häufig Seminare, es sei durchaus denkbar, dafür auch das Haus in Evingsen zu buchen.

Es gehe aber nicht nur um Arbeit und darum, das Haus wieder in Schuss zu bringen, betonte Bahnsen, als das „Projekt Naturfreundehaus“ am Donnerstag vorgestellt wurde. Geplant sei auch, alte Gewohnheiten wieder aufleben zu lassen: Einmal im, Monat trafen sich die Naturfreunde zum Hüttenabend, es fanden auch regelmäßig Fahrten und Wanderungen statt.

Als Nächstes wollen die Naturfreunde sich und ihr Haus der Bevölkerung in Altena und Umgebung vorstellen. Dazu planen sie für den 29. August einen Tag der offenen Tür. Nur wenige Tage später, am 2. September, soll eine Mitgliederversammlung stattfinden.

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