SGV-Hauptverein klagt nicht gegen Windpark

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Altena - Die SGV-Abteilung Evingsen wird keine Klage gegen die geplante Errichtung eines Windparks auf dem Kohlberg führen. Das unterstrich im Nachgang der Berichterstattung von Montag über die Jahreshauptversammlung des Vereins der noch amtierende Vorsitzende Thomas Amersek.

Zwar sei den Vereinsverantwortlichen schon früh klar gewesen, dass nur über den Klageweg letztendlich die Windkraftanlagen am Standort Kohlberg verhindern werden könnten. Es habe dazu gar ein Konstrukt gegeben, in dem der Ortsverband SGV Evingsen seinen Dachverband SGV Arnsberg aufforderte, gegen das Bauvorhaben zu klagen. Amersek: „Leider hat im Dezember der SGV Arnsberg einen Rückzieher von seiner Zusage gemacht. Der Grund ist zwar aus meiner Sicht verständlich, ist aber überhaupt nicht zu den Ortsvereinen in einem angemessenen Maß kommuniziert worden.“

Regionale Angelegenheit

Das sieht Christian Schmidt, Hauptgeschäftsführer des SGV Arnsberg, anders. Seine Person, aber auch Naturschutzwart Fritz Schröder, hätten sehr wohl SGV-Abteilungen intensiv in Fragen der Ansiedlung von Windkraftanlagen im gesamten Einzugsbereich des Verbandes informiert und teilweise sogar persönlich beraten. „Richtig ist, wir werden als Gesamtverband keine Klage irgendwo erheben. Diese Dinge sind ausschließlich eine regionale Angelegenheit und damit eine Sache der entsprechenden Orts-Abteilungen.“

Man vertrete den klaren Standpunkt, die Entscheidung über eine mögliche Klageführung nicht auf den Vorstand oder den Vorsitzenden zu beschränken. Christian Schmidt: „Darüber sollte immer eine Jahreshauptversammlung entscheiden.“ Würde ein Vorsitzender oder Vorstand es trotzdem tun, sei die Einschätzung der Zentrale in Arnsberg am besten mit den Worten „eigenmächtiges Handeln“ zu umschreiben.

Schmidt nimmt Hollstein in Schutz

Schmidt erinnerte an Verbände, wie den LNU, der sich in Klagefrage rund um Windräder bestens auskenne. Ausdrücklich nahm er Dr. Andreas Hollstein in Schutz. Der Altenaer Bürgermeister ist im Ehrenamt Präsident des SGV Arnsberg. Er habe sich bei Entscheidungen des Präsidiums zu diesem Themenkreis nicht nur stets als befangen erklärt. „Noch im Dezember, als wir auf einer Präsidiumssitzung darüber gesprochen haben, hat er den Raum verlassen. An der dann gefallenen einstimmigen Präsidiumsentscheidung, keine Klage zu führen, hat er nicht teilgenommen. Jetzt aufgestellte Behauptungen einer Interessensvermischung entbehren jeder Grundlage.“

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