Schülerzahlen: Rapider Rückgang verlangt nach Konsequenzen

Geht es nach den Gutachtern, dann ist das die Lösung für die Probleme in der Altenaer Grundschullandschaft. Ihrer Ansicht nach kann die Grundschule Evingsen geschlossen werden.

ALTENA -   Im Schuljahr 1995/96 besuchten 1114 Jungen und Mädchen die Altenaer Grundschulen, zurzeit sind es nur noch 565. Und damit ist die Talfahrt noch nicht beendet: 2017/2018 wird es in der Burgstadt erstmals unter 500 Grundschüler geben.

Wie berichtet, sieht eine von der Stadt mit einer Analyse der Schullandschaft beauftragte Projektgruppe erheblichen Handlungsbedarf. Sie schlägt die Schließung einer Schule vor, und zwar der in Evingsen.

Dass es den Osten des Stadtgebietes treffen würde, war den Eltern offensichtlich klar: Im Zuschauerraum saßen fast ausschließlich Dahler und Evingser Eltern, als der Schulausschuss am Montag die Zahlen zur Kenntnis nahm – über die Schulleitungen hatte die Stadt im Vorfeld alle Schulkonferenzen auf die Möglichkeit hingewiesen, die Sitzung zu verfolgen. Der Ausschuss tagte deshalb auch in der Burg Holtzbrinck, weil sie mehr Platz bietet als der Ratssaal. Allerdings waren längst nicht alle Stühle besetzt.

Auch nach der Sitzung setzt die Stadtverwaltung auf Offenheit: Seit gestern schon war die Powerpoint-Präsentation, die die zu erwartenden Entwicklungen beschreibt, online – sie kann über www.altena.de abgerufen werden.

Oberflächlich betrachtet ist in Dahle/Evingsen alles in Butter: Die Verbundschule mit ihren zwei Schulstandorten ist mit 221 Schülern die größte im Stadtgebiet – aber nur, weil auch Kinder aus der Nette und vom Buchholz dort unterrichtet werden. Jedes vierte Kind kommt mit dem Bus zu einem der Schulstandorte, an der Grundschule Mühlendorf sind nur vier Prozent der Kinder Fahrschüler.

Ab 2015 reiche die Zahl der Sechsjährigen nur noch für fünf erste Klassen, rechnete Gutachter Wolf Krämer-Mandeau Eltern und Politikern vor. Rein theoretisch reiche das zwar – wenn es auch im Mühlendorf nur eine Eingangsklasse gebe – aus, um alle Schulstandorte zu sichern. Die Konsequenz wäre aber, dass es in jedem Schuljahr Verschiebungen geben müsse und es möglich sei, dass das eine Kind einer Familie ins Mühlendorf müsse und das andere nach Evingsen, um nur ein Beispiel zu nennen. Solche ständigen Veränderungen seien abzulehnen, weil sie erstens ständiger organisatorischer Kraftakte bedürften und zweitens nur Unruhe brächten. Sinnvoller sei es, die Schullandschaft so zu ordnen, dass das Mühlendorf mittelfristig zwei Eingangsklassen behalte und Dahle „gut einzügig“ gefahren werde.

Nach dem Willen der Politik soll die Entscheidung darüber, wie es weitergeht, recht zügig fallen. Eine Arbeitsgruppe des Schulausschusses wird sich mit den Zahlen beschäftigen, auch die Schulkonferenzen werden um ihre Stellungnahmen gebeten. von Thomas Bender

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