Ein Flugzeug für „Caro-Line“

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Die Kindergartenkinder wünschten „Caro“ eine gute Heimreise und bastelten für sie ein eigenes Flugzeug. ▪

ALTENA ▪ Einen großen Bahnhof gab es an der Elsa-Brandström-Straße für Carolina Schimpf. Seit einem Jahr hatte die 19-jährige Argentinierin als freiwillige Praktikantin für ein Jahr in der evangelischen Kirchengemeinde ausgeholfen und sich dabei insbesondere auf die Arbeit im Kindergarten konzentriert.

Gestern hieß es Abschied nehmen, denn die Zeit des Aufenthalts in Altena geht vorbei – am Montag wird Carolina Schimpf, die von der Kindern meist „Caro“ genannt wird, in Düsseldorf ein Flugzeug besteigen und dann über Madrid wieder in Richtung Buenos Aires fliegen.

Fliegen war deshalb ein großes Thema gestern: Während sich die Kinder der beiden Gruppen im großen Raum im Dachgeschoss versammelten, musste Carolina noch ein bisschen warten. „Auf der Couch in der Wortwerkstatt“, verriet Erzieherin Isabell Bader, in deren Gruppe „Caro“ vorwiegend tätig war. Dann wurde die 19-Jährige lautstark gemeinsam hereingerufen – und gleich wartete die erste Überraschung, mit einem Tuch abgedeckt in der Mitte des Raumes auf einem kleinen Tisch. „Wir haben dir ein Flugzeug gebaut, damit du gut nach Hause kommst!“ Aerodynamisch ist die Maschine vielleicht nicht auf dem allerneuesten Stand, aber sie zeigt Flagge: „Caro-Line“ prangt in großen Lettern auf dem Rumpf, in Anspielung an eine eigene Fluglinie für die Praktikantin.

Und schon waren alle mittendrin in der bunten Abschiedsfeier. Die Kinder sangen Lieder für ihre „Caro“ und überreichten eine ganze Reihe von kleinen Geschenken, die allesamt mit der bevorstehenden Reise und der Rückkehr nach Argentinien zu tun hatten.

In einem kleinen Frage-Antwort-Spiel brachte Isabell Bader in Erfahrung, wie die scheidende Mitarbeiterin die Reise und die Zeit nach der Rückkehr verbringen würde. Immer wieder wurden dann durch die Kinder dazu passende Präsente überreicht: So etwa eine Geschicklichkeitsspiel und ein Taschenbuch, um die Stunden an Bord des Flugzeugs gut zu überbrücken, aber zum Beispiel auch eine Trillerpfeife, um die Stewardess herbei rufen zu können: „Man wird dich dafür lieben“, hieß es mit einem Augenzwinkern.

Weiter gab es einen schmucken Plastikfisch „zum Schwimmen im Meer“ , ein schickes Halstuch und Armreifen sowie als schönste Erinnerung an den Aufenthalt am Knerling ein Buch mit Fotos und selbst gemalten Bildern der Kinder.

Der Aufenthalt der jungen Argentinierin in der Burgstadt kam im Rahmen eines freiwilligen Sozialen Jahres über Kontakte der Westfälischen Landeskirche zur Kirche am Rio de la Plata zustande.

Bisher hatten als Gastorte meist Bielefeld oder Gelsenkirchen gedient. „Für uns war das ein besondere Erfahrung“, berichtete Pfarrerin Merle Vokkert am Rande der Verabschiedung. Carolina Schimpf wird übrigens im Gottesdienst am Sonntag um 10.30 Uhr in der Lutherkirche offiziell von der Gemeinde verabschiedet. ▪ Thomas Keim

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