„Europa darf sich nicht zu Tode regulieren“

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Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (2.v.r) m Kreise von Workshop-Teilnehmern.

ALTENA Sechs Mal haben sie sich bereits getroffen, noch weitere zwei Mal werden Vertreter aus zwölf Nationen im Rahmen des Op Act-Programmes (steht für eine besondere EU-Struktur-Förderung kleiner Städte) zusammenkommen. Dann werden sie sich „auf vier, fünf Kernbotschaften verständigen und sie artikulieren“. Dieses Fazit zog Freitag ein zufriedener Gastgeber Dr. Andreas Hollstein.

Von Johannes Bonnekoh

Altenas Bürgermeister hatte mit seinen Rathaus-Spitzen drei Tage Vertreter der mit im Förderboot der Europäischen Union sitzenden Kommunen aus Norwegen, Holland, Ungarn, Polen, Italien, Spanien, Österreich und Deutschland an der Lenne begrüßt und dabei einen besonderen Info-Schwerpunkt auf die Tourismus-Entwicklung am Ort gelegt. (AK berichtete).

Interessante Erfahrung: Bei den ersten Treffen stellte sich jede Kommune immer in den schillernsten Farben da. Wenn man sich dann aber etwas kenne, „sagen viele erst nach drei, vier Treffen die Wahrheit“, so der wissenschaftliche Begleiter des Projektes, Professor Dr. Hanns-Uve Schwedler, schmunzelnd. Altenas Abschlussfazit anstrengender Workshops, Vorträge, Präsentationen und intensiver Gedankenaustausche, die durchweg in englischer Sprache gehalten wurden: Wer mehr Bürgerengagement wolle, müsse dem Bürger auch mehr zutrauen. Alle Städte wollen deshalb eine Resolution an die EU verfassen, in der die Stärkung kleiner Städte gegenüber den Metropolen eingefordert wird. Professor Dr. Hanns-Uve Schwedler: „Denn da wohnen die meisten Menschen.“

Altena war am Freitag einmal mehr Vorbild. So war Dr. Wolfgang Domian aus dem österreichischen Leoben von der Aktion „Bürger pflastern ihre Innenstadt“ regelrecht begeistert und will das als konkrete Anregung mit in seine Heimat nehmen. „Auch wenn ich glaube, so weit sind wir eigentlich noch nicht.“ Die Ungarn hatten zuvor mit einem Bürgerbad verblüfft, das aus Recycling-Material gebaut wurde und trotzdem alle Standards in Sachen Hygiene, Sicherheit und Ökonomie vorhält. Alle Teilnehmer schrieben einem anwesenden EU-Vertreter ins Stammbuch: Europa sei dabei sich zu Tode zu regulieren, das müsse ein Ende haben.

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