Stadtwerke Altena bleiben Gas- und Wasserlieferant

Die Stadtwerke Altena bleiben Wasserlieferant der Stadt.

ALTENA Für die Stadtwerke war der Beschluss im nicht öffentlichen Teil der Ratssitzung am Montag von epochaler Bedeutung: Die Kommunalpolitiker entschieden sich dafür, die Konzessionsverträge für Gas und Wasser erneut an das Unternehmen an der Linscheidstraße zu vergeben – für 20 Jahre.

Damit haben die Stadtwerke jetzt bis 2033 das alleinige Recht, Gas- und Wasserleitungen durch öffentliche Wege und Straßen zu verlegen. Im Gegenzug zahlen sie der Stadt dafür eine jährliche Konzessionsabgabe in Höhe von rund 500 000 Euro.

100 Jahre lang waren die Stadtwerke auf der sicheren Seite: Ihnen gehörten die Rohre, sie verkauften Gas und Wasser – und das in vielen Fällen auch zum Wohle der Kommunen als alleinigem Eigentümer der Energieversorger. Dann kam die Liberalisierung des Gasmarktes und damit raue Zeiten für die Monopolisten von damals. Nicht nur, dass sie ihre Netze für konkurrierende Anbieter öffnen mussten – Bundesnetzagentur und Kartellamt verpflichteten die Kommunen auch, Konzessionsverträge für das Gasleitungsnetz öffentlich auszuschreiben. Das war auch der Grund dafür, dass aus dem bisher Gas und Wasser umfassenden Vertrag in Altena nun zwei separate gemacht wurden.

Dass solche Ausschreibungen zu unliebsamen Überraschungen führen können, weiß man bei den Stadtwerken nur zu gut: Als die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde 2008 ihre Verträge neu verhandelten, zog das Unternehmen den Kürzeren und verlor das Recht, Opperhusen mit Gas zu beliefern. Die Konzession ging an die Stadtwerke Iserlohn, denen die Altenaer das dortige Netz verkaufen mussten.

Hätten die Stadtwerke bei der jetzigen Ausschreibung der Stadt die Konzession verloren, hätte das auf Dauer durchaus aus Aus für das Unternehmen bedeuten können – was wiederum nicht im Sinne der Stadt gewesen wäre, weil der 75 Prozent der Aktien gehören und sie von den Gewinnen gehörig profitiert.

Solche Verflechtungen gibt es in etlichen Städten. Netzagentur und Kartellamt achten deshalb mit Argusaugen darauf, dass sie nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen, sondern dass die Neuausschreibung von Konzessionsverträgen wirklich fair abläuft. Im Gegenzug haben sich Beratungsfirmen darauf spezialisiert, die Kommunen vor allerei Fallstricken zu bewahren – solche externe Hilfe habe auch die Stadt Altena in Ansprach genommen, bestätigte Bürgermeister Dr. Andraes Hollstein am Dienstag. Mit deren Hilfe wurde eine Ausschreibung auf die Beine gestellt, die in Teilen einerseits auf die Stadtwerke zugeschnitten erscheint, andererseits aber doch den Regeln entspricht. So wurde festgelegt, dass der Konzessionsnehmer in Altena ein Serviceangebot vorhalten und Arbeitsplätze schaffen muss.

Trotzdem: „Es gab mehrere Bewerber“ - das bestätigte der Bürgermeister. Dem Rat schien das Angebot der Stadtwerke das angemessenste zu sein. Deswegen die Entscheidung von Montag, die aber von den Aufsichtsbehörden noch abgesegnet werden muss.

von Thomas Bender

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