Aus dem Kerker vors Gericht: Beim Escape-Room auf der Burg ging es hoch her

+
Im Griff des Kerkermeisters: Vollstrecker Dietrich legt Stefan Blumenauer die Schandgeige an. Er, seine Frau Janet und die beiden Mitspieler Sigrun Baur und Markus Küster haben die Rätsel im Kerker nicht rechtzeitig gelöst.

Altena – Das Verbrechen ist groß, die Strafe gravierende: Die Teams, die sich nicht  aus dem Kerker befreien konnten, mussten büßen. Hoch her ging es beim ersten Escape Room im Verlies der Burg – eine spektakuläre Flucht inbegriffen.

Das Ende ist schrecklich: „Schande, Schande!“ ruft das Volk, als die vier Delinquenten aus dem Burgverlies geführt werden. Ihr Verbrechen ist allerdings auch gravierend: Sie haben es nicht geschafft, sich innerhalb einer halben Stunde durch das Lösen verschiedener Aufgaben aus dem Kerker zu befreien. 

Immerhin sehen sie das Sonnenlicht noch einmal wieder und müssen nicht verschmachten: Kerkermeister Dietrich und der Drost Hermann von Ohle verhängen und vollstrecken drakonische Strafen im Burghof: 

Die beiden männlichen Gefangenen spüren den Zwang der Schandgeige um ihren Hals, bevor ihre eigentliche Strafe vollzogen wird: Die Herren müssen ihre beiden „Angebeteten“ Huckepack über den Burghof tragen. 

Zur Strafe Huckepack: Die beiden Altenaer müssen ihre Frauen auf dem Rücken durch den Burghof tragen.

Und irgendwie gelingt ihnen die Flucht durch das Burgtor. „Hat man die in die Lenne geworfen?“, fragt eine Zeugin des Geschehens, der die Flucht der Gefangenen offenbar noch verborgen geblieben ist. Die Chancen stehen gut, dass die vier Altenaer mittlerweile einen sicheren Rückzugsort gefunden haben. 

Nein, sie hätten noch keine Escape-Room-Erfahrungen, erklärten sie vor dem Spiel. In der Hoffnung, dass niemand sie erneut an die Schergen ausliefern wird, seien auch ihre Namen verraten: Sigrun Baur, Markus Küster sowie Janet und Stefan Blumenauer gehörten zu jenen, die sich schon am ersten Tag der Bekanntgabe dieses Escape-Room-Angebots der Museen der Burg Altena einen Platz in einer der sieben Gruppen gesichert hatten. 

Jeweils bis zu sechs Teilnehmer landeten stündlich hinter der tatsächlich verschlossenen Tür des Burgverlieses und hatten eine halbe Stunde Zeit, sich durch das Lösen der gestellten Aufgaben wieder zu befreien. Hinsichtlich dieses Zeitmaßes erwiesen sich Richter und Vollstreckungsbeamter als recht unerbittlich. 

Ausgedacht hatte sich die Aufgaben und Rätsel Rolf Klostermann vom Verein „Gräfliche Allianz Arnsberg Mark“, kurz „Gral“. Die entscheidende dritte Truhe, die die Teilnehmer nur mit den Schlüsseln aus drei kleineren Truhen öffnen konnten, hatte Gral-Mitglied Dirk Genis selbst gebaut. 

Das Altenaer Team beim Rätseln im Kerker.

Auf dem Weg zur Lösung musste das Burgverlies sorgfältig durchsucht werden. Doch es half auch das nachdenkliche Studium der gestellten Aufgaben: Denn die Teilnehmer mussten drei der einst sieben Kurfürsten den dazu gehörigen Wappen zuordnen, um die richtigen Schlüssel für die letzte Truhe zu finden. 

Das 11-Uhr-Quartett aus Altena befand sich kurz vor der Lösung, als die zeit vorbei war und es dann doch zum Spießrutenlauf musste. Nach der ersten Gruppe aus Altena begaben sich Besucher aus Düren in das Burgverlies. Sie bekamen durch die dort vorhandenen diversen Folterwerkzeuge in den Vitrinen einen etwas finsteren Eindruck von der Burg. 

Allen zukünftigen Interessenten sei jedoch versichert: Nichts davon kam an diesem eher vergnüglichen Tag zum Einsatz. Weit gereiste Teilnehmer nutzten natürlich noch die Gelegenheit, auch die weniger finsteren Seiten der Burg zu erkunden.

Museumspädagogin Bernadette Lange freute sich über das große Interesse an der Escape-Room-Aktion, das das Angebot weit überstieg. Sie sah deshalb gute Chancen für eine Wiederholung im Rahmen der „Zeitsprünge".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare