Erzieherinnen protestieren im Altenaer Rathaus

ALTENA – „Überall stehen Haushaltskürzungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit an. Hier bei uns in Altena haben wir zwar konkret keine Befürchtungen, aber wir solidarisieren uns dennoch mit unserem Essener Bistum“, sagte gestern Martina Hochstein, St. Thomas Morus, als Sprecherin der Katholischen Kindertageseinrichtungen.

Deshalb rückte sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen von St. Matthäus und St. Katharina sowie 27 Jungen und Mädchen Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein im Rathaus „aus Solidarität mit allen 293 Einrichtungen unseres Bistums“ im Wortsinn „auf die Pelle.“

Der ließ seine kleinen Gäste etwas warten – irgendwie war gestern Kindertag im Rathaus, denn zuvor hatte das Stadtoberhaupt schon Steppkes aus Evingsen persönlich durch die Behörde geführt und ihnen erklärt, wie hier gearbeitet wird.

„Kinder sind unsere Zukunft“ – weiße Ballons hielten die Kleinen in den Händen und ließen durch ihre Erzieherinnen Hollstein noch 93 Briefe übergeben. „Alle Kinder haben gemalt und die Eltern zusätzlich Wünsche niedergeschrieben“, erklärte Martina Hochstein. Sie dankte dem Bürgermeister für das Zeithaben und fügte an: „Heute, das soll in erster Linie ein Hallo sein, hallo, wir sind wichtig!“

Er bekomme viele Briefe, schaue sich aber viel lieber Bilder an, erwiderte Hollstein und zitierte aus den Wünschen der Kinder. Leonie etwa „möchte mehr Spielplätze“, Fabian „einmal Polizist werden“ und Annika „dass wir immer viel Wald haben hier.“ Hollstein: „Wir sparen hier in Altena überall. Aber nicht bei den Kindern. Seit es das KiBiZ gibt, wenden wir stadtweit noch eine halbe Million Euro mehr auf, als zuvor. Allein die Stadt Altena steuert zu dem 2,9 Millionen-Euro-Paket Kindergärten rund eine Million Jahr für Jahr hinzu.“ Er erinnerte daran, dass er beim Wochenendbesuch des Ruhrbischofs die Gelegenheit genutzt habe, auch mit dem Würdenträger über die Kindergartenproblematik zu reden. Bevor alle eine kleine Tafel Schokolade erhielten, zitierte er noch aus Jasmins Bild-Brief. Die Kleine hatte schreiben lassen: „Ich wünsche mir, dass ich weiter träumen kann und davon ganz, ganz viel auch in Erfüllung geht.“

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