Erster Schultag: So lief es mit Maske und Abstand

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Mit Maske und abgetrennten Bereichen auf den Pausenhöfen startete gestern wieder der Unterricht am Burggymnasium.

Altena – Erster Schultag am BGA: Einige Schüler klagen über die Masken, andere finden sich damit ab. Und auch beim Abstand gab es verschiedene Szenen.

Der erste Schultag und damit auch die erste Belastungsprobe für Schüler und Lehrer nach den Sommerferien ist geschafft. Es war für alle Beteiligten eine mitunter denkwürdige Rückkehr in den Regelbetrieb mit all ihren Regeln und Vorsichtsmaßnahmen in Corona-Zeiten – auch am Burggymnasium. 

Die Maske als verpflichtender Unterrichts-Stoff, sie kam bei den Schülern nicht wirklich gut an. Trotzdem: Es ging gesittet zu am BGA. 

„Es läuft alles geordnet und diszipliniert ab. Die Ernsthaftigkeit der Lage ist erkannt worden“, sagte Schulleiter Hans-Ulrich Holtkemper. 

Schülerschlange an der Ampel

Es ist 7.24 Uhr, das Thermometer hat die 20-Grad-Marke fast schon erreicht. Aus der Unterführung des Bahnhofs strömen dutzende Schülerinnen und Schüler auf die Bahnhofstraße, die meisten von ihnen haben sich kurz nach dem Ausstieg aus dem Zug schnell die Masken vom Gesicht gezogen. 

Einige tragen den Mund-Nasen-Schutz am Kinn, andere lässig am Arm, andere lassen die Maske in der Tasche verschwinden. 

An der Ampelanlage bildet sich eine Schlange, Abstand halten fällt beim Warten auf grünes Licht hier augenscheinlich besonders schwer. Auf der anderen Straßenseite sind ein paar Gymnasiasten aus dem Bus ausgestiegen, auch sie nehmen sich mehrheitlich die Maske vom Gesicht. Erstmal durchatmen nach der ersten Hürde. 

Acht Stunden Maske: "Das ist nicht schön"

Die soll für einige Schüler höher gewesen sein als für andere. So ist mittags zu vernehmen, dass morgens nicht in jedem Bus die Kapazität ausreichend für die Menge der Schüler gewesen sein soll. 

Zurück zur Schule: „Acht Stunden mit Maske, das ist nicht schön. Da kann man sich nicht gut konzentrieren“, ist Oberstufenschüler Tiziano wenig begeistert von der Pflicht, den Mund-Nasen-Schutz nun mindestens bis Ende August auch im Unterricht tragen zu müssen. 

Ähnlich sehen es fünf Siebtklässler. „Das ist doof, man kriegt mit der Maske einfach schlechter Luft“, sagt einer von ihnen und erntet von seinen Kumpels volle Zustimmung. 

Sie wissen aber auch, dass es wenigstens noch hitzefrei geben könnte in den nächsten Tagen. Ein Lichtblick. Trotz verschiedener Regeln, die es zu beachten gibt, ist die Wiedersehensfreude nach den Ferien aber insgesamt groß. 

Küsschen zur Begrüßung: Setzen, sechs!

Einige Gymnasiasten begrüßen sich mit einem Distanz-Hallo, andere mit Ellenbogen gegen Ellenbogen, Faust gegen Faust oder Fuß gegen Fuß – die Corona-Begrüßungsrituale sind längst verinnerlicht. Aber nicht bei allen reicht es für das erste „sehr gut“ vor dem ersten Gong. 

Vereinzelt werden auf dem Weg zur Schule nämlich Küsschen links, Küsschen rechts verteilt. Setzen, Sechs! 

7.29 Uhr: Die Schülerkolonne schlappt vom Bahnhof aus die Gerichts- und Bismarckstraße hinauf zum BGA. Andere Gymnasiasten haben es bequemer und werden von Elterntaxis chauffiert, dementsprechend voll ist es zehn Minuten vor dem Schulstart insbesondere auf dem oberen Parkdeck des Behördenparkhauses. 

Dort tummeln sich auch mehrere kleine Schülergruppen, die die letzten Minuten vor der ersten Stunde vor dem Schulgelände ohne Maske nutzen wollen. 

Mutter: Gesundheit geht vor

Einige Eltern beobachten derweil mit Abstand das Treiben vom Parkdeck aus. „Ich bin froh, dass es so entschieden worden ist. Die Corona-Zeit ist noch nicht vorbei, die Infektionszahlen sind wieder hochgegangen. Bei den Temperaturen ist es natürlich schwierig mit Maske, aber ich finde es okay. Ich habe lieber ein gesundes Kind zuhause als ein krankes“, sagt eine Mutter, deren Tochter am Mittwoch ihren ersten Schultag hat am BGA. 

Hier geht es zum Corona-Newsticker im Märkischen Kreis.

Die Masken werden nach und nach auf Mund und Nase gefuckelt, dann geht’s auch für die letzten Schüler rauf aufs Schulgelände. Im „Flieger“ sind alle Fenster geöffnet, auf dem Schulhof der Jahrgangsstufe 5 sortieren sich die Mädchen und Jungen unter Aufsicht der Lehrkräfte vorbildlich ein und werden dann nach und nach von den Lehrern ins Gebäude geführt. 

Maske: Warm, aber nötig

7.45 Uhr: Der Gong ertönt, der „Maskenball“ an der Bismarckstraße beginnt... 11.12 Uhr: Neuntklässlerinnen genießen die Pause an der frischen Luft – und im Schatten. „Mit der Maske ist es schwierig. Unser Klassenraum liegt auf der Sonnenseite und ist sehr warm. Aber es muss sein – und man kann es ertragen“, sagt ein Mädchen schulterzuckend. 

Jede Klasse hat für die Pausen festgelegte Aufenthaltsbereiche zugewiesen bekommen, die Oberstufe zum Beispiel darf aufs Parkdeck. Das fluppt. 

"Ungewöhnlichste Begrüßungsfeier, die wir je hatten"

Am späten Vormittag finden in zwei Blöcken – erst die 5 a und b, danach die 5 c und d – in abgespeckter Form die Begrüßungsfeiern für die vier Eingangsklassen statt. „Es ist die ungewöhnlichste Begrüßungsfeier, die wir jemals hatten“, richtet sich Sebastian Jung an die Fünftklässler, die jeweils mit einer Begleitperson auf der Hangbühne Platz nehmen. 

Ziemlich viel los: Eltern und Fünftklässler bei der kleinen Begrüßungsfeier auf der Bühne am Hang.

Der Koordinator für die Erprobungsstufe spricht maskiert vor maskierten Kindern und Erwachsenen und möchte wissen, was die 94 Mädchen und Jungen in ihren ersten Stunden am BGA denn schon so gemacht haben. 

"Zeiten ändern sich"

„Gelernt“, lautet eine der Antworten der jungen Schülerinnen und Schüler, die sich in der ersten Woche „einfinden, sich gegenseitig und die Schule kennenlernen“ sollen und natürlich schon einen Stundenplan an die Hand bekommen haben. 

Für die hervorragende musikalische Untermalung bei der Begrüßung sorgt Melanie Czarny aus der 7 a. Es ist die erste Begrüßungsfeier überhaupt auf der Hangbühne mit Blick auf die Burg. „So ändern sich die Zeiten“, meint Hans-Ulrich Holtkemper bei seiner stimmigen Ansprache. Wie wahr...

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