Berufsausbildung für Flüchtlinge

Konstanze Kappenstein ist sehr zufrieden mit der 22-jährigen Syrerin Sarah Ibrahim.

Altena - Der kommende Montag ist der Internationale Tag der Migranten, der Geflüchteten und der Ausgewanderten. Die Südwestälische Industrie- und Handelskammer beschäftigt sich aus diesem Anlass mit den beruflichen Perspektiven Geflüchteter.

Erzählt wird in einer Pressemitteilung der SIHK die Geschichte der 22-jährigen Sarah Ibrahim. Sie musste ihr Heimatland Syrien verlassen und ist 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen. „Nach ihrer Ankunft nahm die junge Frau mehrere Integrationsangebote in Anspruch. Inzwischen beherrscht sie die deutsche Sprache auf dem Sprachniveau B1 (fortgeschrittene Sprachverwendung nach GER)“, schreibt die SIHK.

Dann ging es darum, erste Einblicke in das Berufsleben zu erhalten. Dabei helfen Willkommenslotsen. Eine davon ist Katharina Bodenstein. Im Beratungsgespräch mit ihr entschied sich Sarah Ibrahim dazu, ein Berufsorientierungspraktikum in einem Blumengeschäft zu absolvieren.

Im Blumengeschäft Blüte und Stil im Iserlohner Stadtteil Dröschede wurde Sarah Ibrahim von Inhaberin Konstanze Kappenstein mit offenen Armen empfangen und absolvierte dort ein sechswöchiges Praktikum als Floristin. „Angefangen bei der Kundenbetreuung bis hin zum Sträußebinden und sonstigen anfallenden Tätigkeiten, Sarah Ibrahim hat sich ganz toll entwickelt. Von ihrer Auffassungsgabe war und bin ich begeistert“, erzählt Konstanze Kappenstein.

Dass das Praktikum nicht automatisch in eine Ausbildung mündete, war die gemeinsame Entscheidung von Inhaberin und Praktikantin. „Bei der Beratung der vielen Kunden auf Deutsch, da fühle ich mich noch ziemlich unsicher und deshalb werde ich vor einer Ausbildung erst einmal das B2-Sprachniveau erlernen“, so Sarah Ibrahim. Nach dem erfolgreichen Sprachkurs können sich beide Seiten vorstellen, dann in ein ausbildungsvorbereitendes Langzeitpraktikum ab Sommer 2018 zu starten.

Dieses Prozedere hat Aboubacar Carmara längst hinter sich: Er hat im Sommer eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker begonnen, und zwar in der Firma Möhling. „Natürlich braucht man zur Integration eines Flüchtlings in den Betrieb auch viel guten Willen und Hilfestellung in der Eingewöhnungsphase“, sagt Möhling-Chefin Britta Hölper.

Im Fall von Aboubacar Carmara sind zwei Dinge hilfreich: Zum einen geben engagierte Möhling-Mitarbeiter dem jungen Ghanesen viel Hilfestellung, zum anderen ist der selbst auch sehr integrationswillig – so hat er inzwischen auch eine Ausbildung als freiwilliger Feuerwehrmann begonnen und die ersten Löscheinsätze schon hinter sich.

Aboubacar Carmara ist nicht der einzige Geflüchtete, der einen Ausbildungsplatz in einem Altenaer Betrieb gefunden hat. Auch Paul Resch hat sich nach einem längeren Praktikum dafür entschieden, Adama Diakite als Auszubildenden einzustellen. Er berichtet auf seiner Facebook-Seite auch, dass dem ein „Marathonlauf durch die verschiedenen Behörden“ damit einhergegangen sei.

Auch dabei kann die SIHK-Willkommenslotsin Katharina Bodenstein Hilfestellung geben. Betriebe, die Flüchtlingen eine Chance geben wollen, erreichen sie unter Telefon 02331 390-306 oder per E.Mail an bodenstein@hagen.ihk.de

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