Bilanz des Dahler Freibads: Gemischte Erfahrungen

Mehr Gänseblümchen als Besucher gab es an manchen Tagen auf der Liegewiese des Freibades. Einen Grund für den Besucherschwund bei jüngeren Gästen sieht Schwimmmeister Wagner im Nachmittagsunterricht und neuem Freizeitverhalten. -  Foto: Keim

Altena -  Der Einbruch kam im Juli, weil das Wetter einfach nicht mitspielen wollte. Die vorläufige Bilanz des Dahler Freibades für das laufende Jahr weist eher maue Zahlen aus.

Dabei fing die Außensaison zwar spät, aber gar nicht schlecht an. Erst am 21. Mai öffnete die städtische Einrichtung an der Mondhahnstraße ihre Pforten für die Freibadsaison. Wenn Schimmmeister Uwe Wagner heute in die Besucherstatistik blickt, zeigt sich dennoch ein Blitzstart. Gab es im Mai 2013 noch 2603 Badegäste, so kamen im laufenden Jahr doch immerhin 3470 Besucher. Auch im Juni konnte das Bad gegenüber dem Vorjahresmonat noch Boden gut machen. Zählte man im Jahr 2013 noch 5300 Besucher, so waren des diesmal 5800. Im Juli ging es dann bergab: Nach 9627 Besuchern im Vorjahresmonat wurden diesmal nur 5626 gezählt. Im August hatte das Freibad-Team vor einem Jahr 5427 Gäste – bis gestern waren es dagegen lediglich 2822; und der Monat ist so gut wie gelaufen. Am Sonntag endet der Freibadbetrieb. Für den Fall, dass es noch mal eine deutliche Wetterverbesserung gibt, behält man sich aber für etwa 14 Tage noch die Option offen, den Freibadbetrieb wieder aufzunehmen. Eine der Hauptursachen für den Besucherschwund sieht der Schwimmmeister im geänderten Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen. Eine Rolle dürfte aber auch der verstärkte Nachmittagsuntericht spielen. Die Zahl der erwachsenen Besucher sei dagegen eher konstant; insbesondere im Bereich der Gesundheits- und Frühschwimmer.

Rundherum zufrieden zeigt sich dagegen Gianpaolo Alemanno, Inhaber des Eiscafés Cappuccino an der Kirchstraße. „Wir hatten gut zu tun“, sagte er und spricht von einem „positiven Verlauf“. Der Frühling sei mild gewesen und der Sommer durchaus günstig im Sinne der Außengastronomie. „Wenn es zu warm ist, ist es auch nicht gut“, weiß der Inhaber aus langjähriger Erfahrung. Signifikant ist eine Erfahrung, die Alemanno und sein Team im Zusammenhang mit dem Burgaufzug gemacht haben. „Das ist zu spüren“ sagt der Inhaber mit Blick auf ein steigendes Gästeaufkommen.

Diese Beobachtung hat – interessanterweise an ganz anderer Stelle im Stadtgebiet – auch Ulf Schätte im Restaurant „Zum Windsack“ auf dem Hegenscheid gemacht. „Immer öfter“ habe man Besuchergruppen oder einzelne Gäste gehabt, die wegen des Burgaufzugs in die Stadt gekommen sein. „Das hat uns mehr Gäste gebracht, zum Teil massiv“, sagt Schätte. Das Hauptgeschäft erlebt der „Windsack“ an den Wochenenden. Dann sind es viele Wanderer sowie Fahrrad- und Motorradfahrer, die die Kundenfrequenz in die Höhe treiben.

Auch beim Hotel- und Gaststättenverband in Hagen hat man selbstverständlich die Saison beobachtet. Dort fällt nach Angaben von Geschäftsführer Lars Martin die Bilanz eher durchwachsen aus. „Der Sommer hat uns kalt und nass erwischt“ meint Martin, zu dessen Beritt zwischen Sprockhövel und Bad Berleburg immerhin 800 Mitgliedsbetriebe gehören. „Die Biergartensaison hat in weiten Teilen nicht stattgefunden.“ Auch die Fußball-WM habe sich – entgegen der landläufigen Erwartung – kaum förderlich ausgewirkt. Für den Herbst hingegen ist man in Hagen wieder zuversichtlicher. - Von Thomas Keim

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