Burgaufzug: Vergabe geht in die zweite Runde

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Trotz alledem: Im Burghof wird bereits gegraben.

ALTENA ▪ „Wegen Unwirtschaftlichkeit“ ist die Ausschreibung für den Bau von Aufzugsschacht und Zugangsstollen aufgehoben worden. Konkret bedeutet das: Die Angebote der vier Bieter lagen deutlich über dem vom Generalplaner CMT ermittelten Kostenrahmen von knapp drei Mio. Euro.

Das bedeute natürlich nicht das Ende des Projektes, betonte gestern Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und versicherte: „Ich bin da relativ gelassen“. Es werde lediglich zu einer etwa einmonatigen Verzögerung kommen.

Hollstein: Das ist nciht das Ende des Projekts

Der Rat, der eigentlich gestern den Auftrag vergeben sollte, segnete stattdessen das weitere, mit dem Städtebauministerium bereits abgestimmte Verfahren ab. Es wird jetzt eine zweite Ausschreibung erfolgen, bei der die Stadt nicht mehr an die engen Vorgaben der Vergabeordnung gebunden sei, sondern frei verhandeln könne, wie der Bürgermeister erklärte. Zu Teilnahme an dieser erneuten Ausschreibung würden auch Firmen eingeladen, die sich zwar für das Projekt interessierten, bisher aber kein Angebot abgaben. Im Zuge der Nachverhandlungen seien auch Änderungen der bisherigen Planungen denkbar, sagte Hollstein. „Natürlich“ werde das nicht zu Lasten der Sicherheit gehen, auch der Erlebniswert dürfe davon nicht tangiert werden.

Nachverhandlungen jetzt möglich

Den Weg solcher Nachverhandlungen war die Stadt bereits gegangen, nachdem auch die Ausschreibung der Sicherungsarbeiten zu keinem wirtschaftlich vertretbaren Ergebnis geführt. Hier konnte im zweiten Anlauf mit der Firma Feldhaus aus Schmallenberg letztlich doch ein für beide Seiten akzeptabler Vertrag geschlossen werden. Deren Mitarbeiter waren schon vor Ort, als gestern auf der Burg die Arbeit der Archäologen vorgestellt wurde: Dr. Stefan Eismann ist sicher: „Es ist das erste Mal, dass wir hier in Originalschichten aus der Zeit des Burgaufbaus um das 11. Jahrhundert vorstoßen. Das ist hochinteressant und ich hoffe, wir finden etwas.“

Harte Arbeit für

Archäologen

Jona Schröder (Bochum) und Daniel Kossack (Kiel) werden als Archäologie-Studenten jeweils montags bis mittwochs „graben“. Donnerstags bis freitags übernehmen dann die Fachleute von Feldhaus die Baustelle. Sie treiben in den kommenden vier, fünf Wochen, so der Zeitplan laut Stadtplaner Roland Balkenhol, einige Dutzend je sechs Meter lange Betonanker (Betonnägel) in den Boden und tragen Spritzbeton auf. Das muss man sich als eine Art grobe Außenverschalung des künftigen Burgaufzuges vorstellen. „Das Wochenende bleibt dann zum Aushärten“, so Balkenhol.

Eismann erwartet von seinen Mitarbeitern, die an ihrer Masterarbeit schreiben, „eine ziemlich sportliche Tätigkeit. Mit acht Stunden am Tag werden sie nicht auskommen.“ Die beiden jungen Männer legen zunächst von Hand Treppenabsätze frei, in der Fachsprache Bermen genannt, und graben sich täglich bis zu 150 Zentimeter tief ein. Eismann rechnet damit, dass an dieser Stelle der Fels, auf dem die Burg gegründet ist, „erst in sechs, sieben Metern kommt.“

Von Thomas Bender und Johannes Bonnekoh

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