Waldbrand am Wixberg

Hitze, Steilhang, Erschöpfung: Feuerwehr in Altena im Dauereinsatz

Arbeiten in subtropischer Hitze bei 80 Prozent Gefälle

Altena - Erschöpft bis zum Umfallen. Das sind sie alle. Der Steilhang. Die Schutzkleidung. Die brüllende Hitze. Höchstleistungen werden den Männern und Frauen abverlangt, die den Brand am Wixberg bekämpfen.

Nach drei Stunden Quälerei im Wald, der bei einer Steigung von 80 Prozent nur Klettern möglich macht, werden die Einsatzkräfte „ausgetauscht“. Dann kommen „frische Kollegen“. Die nächsten drei Stunden Knochenarbeit stehen an.

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Zu Spitzenzeiten sind 500 Einsatzkräfte in Altena. Sämtliche Feuerwehren des Kreises und überörtliche Kräfte aus Siegen, Olpe und dem Hochsauerlandkreis sind vor Ort.

Großer Waldbrand am Wixberg in Altena

Im Einsatzleitwagen an der Lennehalle werden die nächsten Schritte besprochen.

Kreisbrandmeister Michael Kling

Gespanntes Warten der Einsatzkräfte vor dem Einsatzleitwagen am Pragpaul in Altena.

Waldbrand Altena

Die Organisation kommt wie eine Meisterleistung daher – vom Brand bis zur Beköstigung. Am Freitag gibt es Nudeln und Gulasch. Und natürlich Obst. Kristina Stadelhofer von den Maltesern Balve hilft mit ihren Kollegen von den Maltesern Werdohl, Menden und ASB Menden. Um 17 Uhr werden sie vom DRK abgelöst. Die Johanniter hatten die erste Verpflegungsrunde übernommen.

Müde Gesichter: Es sind harte Stunden und Tage für die Verantwortlichen

200 Kisten Sprudelwasser stapeln sich vor der Sauerlandhalle – fast mitten in der Nacht stellte „Gefromm“ aus Nachrodt die Getränke auf Kommission zur Verfügung. Klar, dass Kreisbrandmeister Michael Kling, der fast zwei Tage nicht geschlafen hat, auch das im Blick hat und sich dafür bedankt. Wenn alles Hand in Hand läuft, ist auch der schwierigste Brand zu löschen.

Obwohl Munition im Wald liegt. „Donnerstag Abend hörten wir einen Knall und sahen einen Lichteffekt. Dem haben wir aber keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Bis der Anruf von der Bezirksregierung kam, die die Möglichkeit nicht ausgeschlossen hat, dass sich in dem Bereich Munition befinden“, so der Kreisbrandmeister während einer Pressekonferenz am Freitag.

Vom Karabiner bis zur Handgranate kann dort alles liegen. Seitdem sind die Feuerwehrmänner „nur noch“ auf den befestigen Wegen im Einsatz. Mit Wasserwerfern soll das Feuer gelöscht werden – „wir schicken bis zu 10.000 Liter die Minute rein“, sagt Michael Kling. Man versucht es also über die Masse.

Von der Idee, einen Löschhubschrauber einzusetzen, hat er sich um 5 Uhr in der Früh verabschiedet. „Die Baumkronen sind sehr dicht beieinander. Das Wasser würde nicht da ankommen, wo wir es gern hätten.“ Übrigens: Im Einsatz ist aus Olpe auch ein Hochleistungspumpsystem, das 9000 Liter in der Minute von der Lenne bis zum Freibad Linscheid fördern kann. Das Freibad ist der Zwischenspeicher. Von dort aus geht es im Pendelverkehr zum Einsatzort.

Das sportliche Ziel ist, dem Brand bis Freitagabend komplett den Garaus zu machen. Realistisch ist Samstagmittag. Dass es in Altena zwei Großbrände innerhalb von zehn Tagen gibt, „mag merkwürdig sein, aber es ist nicht so, dass wir ringsherum nichts hätten“, sagt Michael Kling.

Ein Scherbe reicht, um einen Waldbrand auszulösen

Die Brandursache festzustellen, wird ein schwieriges Unterfangen, wie Alexander Fall von der Polizei bestätigt. Eine einzige Glasscherbe könne einen großen Brand auslösen. Wenn die Feuerwehr „abgezogen“ ist, beginnt jedoch die Spurensuche. Und auch nach der Munition soll gesucht werden.

Von Spaziergängen am Sonntag rät Tanja Jäker ab, die in Vertretung des Bürgermeisters an der Pressekonferenz ebenso teilnahm wie der neue Ordnungsamtsleiter Frank Walther. Wem der Wald gehört, ist aktuell nicht bekannt. „Wir möchten uns bei allen Beteiligten bedanken. Die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt. Kurzer Dienstweg, gute Absprachen“, so Tanja Jäger.

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