Frühpflücker haben die beste Auswahl im Rosmarter Erdbeerfeld

Mert Karakuzu nascht beim Pflücken mit Mama Selma. Das ist erlaubt, denn jedem Kunden wird gestattet, die Ware zu probieren. Aber es gibt Regeln auf dem Feld: Zu viel darf nicht direkt verkostet werden und es gilt, große und kleine Früchte zu ernten.  Foto: Hornemann

ALTENA -   Das Finnentroper Ehepaar hat spontan angehalten: „3,50 Euro pro Kilo, das ist für deutsche Erdbeeren günstig! In Hagen wollten sie fürs Pfund schon 2,50 Euro haben.“ Gut, ein bisschen Arbeit erfordert die Ersparnis durchaus auf dem Erdbeerfeld von Knut Schulze-Neuhoff auf Rosmart. Aber viele Besucher nutzen die Ernte als Familienerlebnis.

Am Nachmittag müssen die Pflücker schon genauer hinschauen, denn an mancher Erdbeerpflanze sind zu diesem Zeitpunkt mehr grüne als rote Früchte. Manches ist schon abgeerntet, anderes bewusst mit späterem Reifegrad gepflanzt worden. „Wir wollen ja bis Anfang Juli noch was da haben“, erklärt Annabel Krumrei am Kassenhäuschen. Dort gibt sie Sammelkörbe an die Spontankunden aus, wiegt die Ware und verkauft auch vorgepflückte Erdbeeren im Schälchen. Die sind jetzt schon weitgehend ausverkauft. Nur ein vorreserviertes Pfund ist noch übrig. „Vorher anrufen lohnt sich“, erklärt Annabel Krumrei. „Denn an starken Tagen wie heute kann es passieren, dass nicht mehr so viel übrig ist am Nachmittag.“

Ihr Kollege, der Platzanweiser, kann das bestätigen. „Morgen müssen wir zumachen, damit erstmal was nachreifen kann. Pfingstmontag ist wieder genug da.“ Entgegen des Volksglaubens bekommen die Erdbeeren nicht tagsüber ihr saftiges Rot. „Das kommt über Nacht, das kann jeder beobachten, der seine Erdbeeren zuhause in die Sonne stellt. Am nächsten Tag sind sie schon reifer.“ Ein Trost für all jene Pflücker, die sich mit den blasseren Früchten zufrieden geben müssen. Auch die Dicken sind später am Tage rar auf dem Feld, trotz der geltenden Regel, aus jedem Busch stets die kleinen und die großen Erdbeeren zu ernten.

Ob sich jeder an die Anweisungen hält, kann nicht zu hundert Prozent garantiert werden. Naschen ist gestattet, allein damit der Kunde um die Qualität der Ware weiß. „Ob arg gemogelt wurde, das erkennen wir. Da kommen sechsköpfige Familien, halten sich eine Stunde auf dem Feld auf und kaufen am Ende ein Kilo“, schildert Annabel Krumrei. Ärgerlich für die Hofbetreiberfamilie, denn sie kümmert sich von Fröndenberg aus um die Bewirtschaftung des großen Areals auf der Höhe. Noch in der vergangenen Woche war Knut Schulze-Neuhoff auf einem anderen Feld Opfer eines nächtlichen Erdbeerraubs geworden: Diebe pflückten Früchte im Wert von 1800 Euro.

Auf Rosmart ist die Lage dagegen entspannt: Geschimpft wird nur bei zu auffälligen „Reihenhopsern“: Jedem Pflücker wird ein Bereich zugewiesen, der manchmal überschritten wird, weil Nachbars Erdbeeren besser aussehen. „Dem sollte man sie dann aber lassen!“ erklärt das Team lachend.

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