Ermittlungen im Verdeckten: Privatdetektiv verrät Geheimnisse aus seinem Berufsalltag

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Altena – Warten, beobachten, Geheimnisse aufdecken: Privatdetektiv Hans Rother macht das seit 16 Jahren  - und erzählt aus seinem Alltag als Privatdetektiv.

Das Büro der Privatdetektei Hans befindet sich in Hagen, Von Anfang an zählen Altena und der Großteil des Märkischen Kreis zu seinem Einsatzgebiet. „Alles südlich von Hagen bis nach Siegen und Winterberg“, erklärt er – und verrät ein paar Geheimnisse über seinen spannenden Job. 

Wie läuft die Arbeit eines Privatdetektivs ab?

In seinem Auto sitzend wartet er vor der Wohnung der Zielperson, bis diese herauskommt, um sie dann zu verfolgen.

Das ist eine ganz klassische und typische Situation im Berufsalltag des Privatdetektives.  Was er herausfindet, hält er in einem Bericht fest. Mithilfe von Fotos sichert er Beweise. 

Wer beauftragt einen Privatdetektiv?

Das ist ganz unterschiedlich. Mal ist sein Auftraggeber der Partner, der vermutet, der andere sei untreu. „Beziehungsprobleme sind ein ganz klassischer Fall, warum ich beauftragt werde“, sagt Hans Rother. 

Mal ist es aber die geschiedene Ehefrau, weil sie vermutet, der Exmann gebe nicht seine vollständigen Einnahmen an, um beim Unterhalt zu sparen. 

Die größere Gruppe seiner Auftraggeber sind jedoch Firmen. Hier geht es oft um Ermittlungen von Arbeitszeitbetrug. Ein Arbeitnehmer lässt sich krankschreiben, der Chef bekommt jedoch einen Hinweis, dass der Mitarbeiter gar nicht krank ist, sondern daheim renoviere oder in den Urlaub gefahren sei. 

Ganz wichtig in jedem Fall, den Hans Rother annimmt: Es muss ein berechtigtes Interesse bestehen, das auf einer begründeten Vermutung beruht. Das kann zum Beispiel ein anonymer Hinweis sein. „Einfach auf blauen Dunst einen Privatdetektiv zu engagieren, das geht nicht“, sagt er. 

Wie beauftragt man den Privatdetektiv? 

Per Telefon oder E-Mail wendet sich die Person an den Privatdetektiv. „Ich führe ein kurzes Gespräch mit der Person, worum es geht. Entweder wird dann ein persönliches Treffen vereinbart, um weitere Details zu klären, oder es wird alles per E-Mail abgewickelt“, sagt der Privatdetektiv. 

Dabei wird auch besprochen, auf welchem Weg der Auftraggeber über Neuigkeiten informiert wird. 

Wie lange dauert eine Beschattung gewöhnlich? 

So ein Auftrag nimmt meistens mehrere Tage in Anspruch, kann aber auch schon einmal mehrere Wochen dauern. Denn es kommt immer darauf an, was der Detektiv herausfindet. In den meisten Fällen zählen Kontinuierlichkeit und Geduld, um etwas zu beweisen. 

„Es reicht nicht, wenn ich den Angestellten einmal sehe, wie er irgendwo aushilft oder zuhause renoviert in der Zeit, in der er krank geschrieben ist. 

Es muss schon häufiger in diesem Zeitraum passieren, damit man sagen kann, er hat sich nur deswegen krankschreiben lassen“, erklärt der Privatdetektiv. Er dokumentiert und berichtet dann seinem Auftraggeber. Was dieser dann mit den Informationen macht, liegt nicht mehr in der Hand des Privatdetektivs. 

Wie aufregend ist der Berufsalltag wirklich? 

So spannend, wie es oft dargestellt wird, sei sein Beruf nicht, sagt Hans Rother. Denn schließlich verbringe er viel Zeit mit warten. „Ich betrachte mich selbst als stillen, unauffälligen Beobachter“, sagt er. 

Nervenkitzel, aus Angst erwischt zu werden, empfindet er mittlerweile nicht mehr. „Am Anfang war das anders“, sagt er. 

Er erinnert sich an einen Fall in seiner Anfangszeit, als er sechs Wochen lang jemanden in Altena beobachtete. Damals ging es darum, einen Diebstahl zu beweisen. Da sei er aufgeregt gewesen. 

Dass der Detektiv entdeckt wird, komme zwar mal vor, aber nur sehr selten. „Ich würde dann auch nichts zugeben“, erklärt er. Schließlich habe er eine Verschwiegenheitspflicht gegenüber seinem Auftraggeber und dieser sei als Ansprechpartner die einzige Person, mit der er über den Fall spreche. 

Wird immer im Verdeckten gearbeitet? 

Es gibt noch einen weiteren Bereich im Beruf des Privatdetektives: die Personensuche. Jemand hat einen Verwandten oder Bekannten aus den Augen verloren und konnte ihn selbst nicht finden. 

„Hier passiert nicht so viel im Geheimen, sondern es wird in der Regel offener ermittelt. Wir versuchen zunächst, über Recherchen etwas herauszubekommen“, erklärt er. Der erste Schritt sei dabei das Internet. 

Er sucht Anhaltspunkte und einen letzten Aufenthaltsort. Ehemalige Nachbarn werden befragt, um Informationen zu sammeln, wo die Person hingezogen sein könnte. „Es kommt aber auch vor, dass Anwälte mich beauftragen und auf der Suche nach einem Schuldner sind,“ sagt er. 

Oder ein Kind verschwindet und ein Elternteil hat es ohne das Einverständnis des anderen Elternteils mit ins Ausland genommen.

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